Tag des Lokaljournalismus: Leser diskutieren mit MZ-Reportern in Sangerhausen
Tag des Lokaljournalismus: Leser im Gespräch mit MZ

Schon vor neun Uhr öffneten sich die Türen der Sangerhäuser MZ-Redaktion für die ersten Gäste. Am Dienstag nutzten zahlreiche Leser den „Tag des Lokaljournalismus“, um mit den Reportern ins Gespräch zu kommen. Sie äußerten Lob, Kritik und Wünsche – von einer neuen Seniorenseite bis zur Kritik am Medienpunkt im Rosarium. Auch ehemalige Kollegen und langjährige Wegbegleiter schauten vorbei.

Wunsch nach einer Seniorenseite

Ingolf Gängel aus Pölsfeld wünschte sich eine eigene Seniorenseite, ähnlich der Familien- oder Kinderseite. „Hier könnte man wichtige Hinweise für den Alltag geben, etwa wie man ohne Smartphone am Leben teilhaben kann“, sagte der 71-Jährige. Auch Probleme älterer Menschen beim Online-Bezahlen oder beim Bestellen des Rufix-On-Demand-Busses sollten aufgegriffen werden. „Denn wer keine Kinder hier hat, ist aufgeschmissen.“ Zudem interessierte er sich für den Umgang der MZ mit Künstlicher Intelligenz und betonte die Wichtigkeit der Überprüfung von Informationen.

Kritik an Lesermeinungen und Biodiversität

Gerhard Jarosz thematisierte mögliche Gefahren durch KI in der Berichterstattung und kritisierte die Leserseite: „Dort werden Meinungen der immer gleichen Leser veröffentlicht, die andere belehren wollen.“ Die Redaktion entgegnete, dass nur eingesandte Lesermeinungen veröffentlicht werden könnten. Mit Sorge blickte Jarosz auf die schwindende Biodiversität im Südharz: „Auf den Feldern sehe ich drei Schmetterlingsarten, früher waren es viel mehr.“

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Unmut über den Medienstandort

Zwei Sangerhäuserinnen, die anonym bleiben wollten, kritisierten den neuen Medienpunkt in der Tourist-Information am Rosarium: „Für Ältere ohne Auto ist es beschwerlich, dorthin zu kommen.“ Sie wünschten sich die Tourist-Information zurück in die Stadt. Dieses Anliegen brachten im Laufe des Vormittags mehrere Leser vor. Elvira Herrmann, 80, bezeichnete die Entscheidung als kundenunfreundlich, lobte aber die Zeitung: „Es gibt immer Interessantes, von Heimatgeschichte bis zur großen Politik. Ich möchte sie nicht missen.“

Lob von ehemaligen Wegbegleitern

Armin Matzke, langjähriger Vorsitzender der Gartenfreunde, schaute ebenfalls vorbei. „Es freut mich, dass es euch gibt“, sagte er. Die Berichterstattung zum Müntzerjubiläum habe ihn zu vielen Ausflügen inspiriert. Ulrich Schilder aus Sangerhausen störte sich an den Anzeigen für den MZZ-Briefdienst: „Den Platz könnte man besser nutzen.“ Zudem forderte er mehr Berichterstattung über Vandalismus durch Aufkleber von Fußballfans auf Strom- und Telefonkästen.

Wiedersehen mit Alt-Kollegen

Ein besonderes Wiedersehen gab es mit Ralf Kandel, langjähriger Sportreporter der MZ. Seit knapp zwei Jahren im Ruhestand und heute ehrenamtlicher Ortsbürgermeister in Lengefeld, sagte er: „Ich wollte die alten Kollegen wiedersehen. Die MZ ist noch immer meine Zeitung.“

Mehr als 30 deutsche Zeitungsverlage und Verbände beteiligten sich bundesweit am Tag des Lokaljournalismus, initiiert unter anderem von Ippen.Media und der dpa. Der Tag soll die Bedeutung des Lokaljournalismus für Gesellschaft und Demokratie hervorheben, Verständnis für Medien und Nachrichtenentstehung schaffen sowie Neugier wecken.

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