Vom Zivildienst zum stellvertretenden Chefredakteur: Die Medienkarriere von Timo Lokoschat
Geboren 1979 in Hamburg, begann Timo Lokoschat seinen beruflichen Weg nach dem Abitur mit einem Zivildienst, bei dem er ältere Menschen betreute. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung an der renommierten Deutschen Journalistenschule in München, wo er frühzeitig auch mit dem damals noch neuen Feld des Onlinejournalismus in Berührung kam.
Studium und erste journalistische Erfahrungen
Parallel zu seiner journalistischen Ausbildung studierte Lokoschat Geschichte, Politik und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein erstes Praktikum trat er 2002 bei der Münchner ABENDZEITUNG an, wo er ursprünglich nur drei Monate bleiben wollte, sich aber schließlich ganze 13 Jahre engagierte.
Seine erste journalistische Aufgabe war die Berichterstattung über Helmut Kohl im Hofbräuhaus. In den folgenden Jahren durchlief er nahezu alle Ressorts der Zeitung: von Leserbriefen über Gerichts- und Polizeiberichterstattung bis hin zu Society-Themen, Gastronomie, Rathausberichten und der Münchner Spezialität – ausgiebigen Biergartentests.
Karrieresprünge und Verlags-Erfahrung
Eine kurze Unterbrechung seiner Zeitungsarbeit erlebte Lokoschat mit einer einjährigen Tätigkeit als Programmleiter beim Sanssouci Verlag, einem Teil der Hanser Literaturverlage. Zurück bei der ABENDZEITUNG stieg er zum stellvertretenden Chefredakteur auf und übernahm die Verantwortung für das Politik- und Wirtschaftsressort.
2015/16 kehrte er in seine Heimatstadt Hamburg zurück und wechselte als Leitender Redakteur zum SPIEGEL, wo er sich intensiv mit dem Thema Paid Content beschäftigte. Diese Expertise führte ihn 2018 schließlich zu BILD, wo er seit 2019 als stellvertretender Chefredakteur tätig ist und heute den Schwerpunkt auf Transformation legt.
Internationale Erfahrungen und literarische Nebenprojekte
Ein besonderes Highlight seiner Karriere war ein Arthur F. Burns-Fellowship beim WALL STREET JOURNAL in San Francisco, das ihm internationale Einblicke in den Journalismus ermöglichte. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit hat Lokoschat auch mehrere Bücher veröffentlicht, wenn auch – wie er selbstironisch anmerkt – keine Weltliteratur.
Seine Werke beschäftigen sich mit kuriosen Themen wie dem „Tag des Bieres“ oder dem „Ehrentag der Luftpolsterfolie“. Über die nicht verkauften Exemplare seiner Bücher erzählt er eine amüsante Anekdote: Sie sollen zu Dämmmaterial für Häuser verarbeitet worden sein. Ob diese Geschichte tatsächlich stimmt, weiß Lokoschat nicht genau, aber sie ermöglicht ihm den humorvollen Hinweis, dass sein Œuvre den Menschen immerhin Wärme gespendet habe.
Aktuelle journalistische Schwerpunkte
In seiner aktuellen Rolle bei BILD beschäftigt sich Lokoschat mit vielfältigen Themen, die von kritischen Kommentaren zu internationalen Konflikten über Interviews mit Experten wie Meteorologe Jörg Kachelmann bis hin zu Produkttests und gesellschaftlichen Debatten reichen. Seine Artikel zeigen ein breites Themenspektrum und eine klare journalistische Haltung.



