Uffizien in Florenz: Weltberühmtes Museum nach Hackerangriff in der Defensive
Das legendäre Museum Uffizien in Florenz, eines der berühmtesten Italiens, ist Ziel eines schwerwiegenden Hackerangriffs geworden. In der Folge hat die Museumsleitung drastische Maßnahmen ergriffen, darunter das Zumauern von Türen, um die Sicherheit zu erhöhen. Dennoch wehrt sich die Leitung vehement gegen den Verdacht, dass eine akute Gefahr für die Kunstschätze bestehe.
Angriff und Reaktion: Ein Museum im Ausnahmezustand
Bereits am 1. Februar 2026 ereignete sich der Cyberangriff, bei dem Hacker laut Berichten der italienischen Zeitung Corriere della Sera die Server des Museums leerräumten. Anschließend sollen sie von Direktor Simone Verde, der seit 2024 im Amt ist, per Mobiltelefon Lösegeld gefordert haben. Als Reaktion darauf befindet sich das Museum seither in einem Ausnahmezustand. Zum Uffizien-Verbund gehört auch der Palazzo Pitti, wo seit dem 3. Februar ein ganzer Flügel vorübergehend geschlossen ist.
Die wertvollsten Stücke aus dem Medici-Schatz, auch bekannt als Schatz der Großherzöge, wurden vorsorglich in die Zentralbank verbracht. Zudem wurden Türen und Notausgänge mit Kalk und Ziegeln zugemauert, und die Mitarbeiter wurden zum Schweigen verpflichtet. Diese Maßnahmen haben zu erheblichen Spekulationen über die Sicherheitslage geführt.
Dementi der Museumsleitung: Kein Vergleich zum Louvre
In einer Stellungnahme, die etwas hilflos wirkt, betonte Direktor Verde, dass bisher weder ein Schaden verursacht noch ein Diebstahl begangen worden sei. Er stellte klar, dass die Situation keineswegs wie im Louvre sei, wo im Oktober des Vorjahres eingebrochen wurde. Verde wies auch Berichte zurück, dass die Hacker im Besitz von Sicherheitsplänen seien, und dementierte, dass der Server geplündert worden sei. Aufgrund der Struktur der Sicherheitssysteme hätten die Angreifer absolut keine Passwörter stehlen können.
Die Museumsleitung begründete die baulichen Veränderungen, wie die zugemauerten Türen, mit Maßnahmen zum Brandschutz. Der Medici-Schatz sei zudem wegen geplanter Bauarbeiten bereits im Herbst ausgelagert worden, entsprechende Telefonate mit der Zentralbank hätten damals stattgefunden. Überwachungskameras befinden sich in einer Erneuerungsphase, bei der analoge Geräte durch digitale ersetzt werden – ein Prozess, der nach den Vorkommnissen im Louvre beschleunigt wurde.
Hintergrund und Bedeutung der Uffizien
Die Uffizien in Florenz ziehen jährlich rund fünf Millionen Besucher an und beherbergen ikonische Werke von Künstlern wie Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli, darunter das berühmte Gemälde Geburt der Venus. Das Museum verfügt über eine starke Sicherheitspräsenz, einschließlich stationierter Carabinieri. Der Vorfall unterstreicht die wachsenden Herausforderungen, denen kulturelle Einrichtungen im digitalen Zeitalter gegenüberstehen, und zeigt, wie Museen zwischen Transparenz und Imageschutz balancieren müssen.



