Weißes Haus nutzt Call-of-Duty-Optik für Kriegspropaganda
In einem provokativen Beitrag auf X hat die Trump-Regierung echte Aufnahmen des US-amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran in die Optik des Ego-Shooters Call of Duty: Modern Warfare 3 montiert. Das Video, das am 4. März 2026 veröffentlicht wurde, zeigt eine Szene aus dem Spiel, in der ein Charakter einen Code eingibt, um einen Bomberangriff zu starten, gefolgt von Schnitten zu realen Kriegszenen, darunter die Versenkung des iranischen Kriegsschiffs Iris Dena mit mindestens 87 Toten. Bei jeder Detonation erscheint ein +100-Punkteanzeige, eine direkte Referenz an die Videospielreihe.
Empörung in der Gaming-Community und auf Social Media
Die Reaktionen auf das Video sind überwiegend negativ. Nutzer auf X und Reddit äußern sich schockiert über die zynische Darstellung von Kriegsgewalt. Ein Nutzer fragt: „Die Amerikaner wollen nicht, dass ihr Krieg wie Call of Duty behandelt. Wer zum Teufel betreibt diesen Account?“ Ein anderer kommentiert: „Kinder sterben ihretwegen, und sie posten Memes.“ Die Kritik richtet sich gegen die Strategie der US-Regierung, brutale Inhalte in gewaltverherrlichende Memes zu verwandeln, um auf sozialen Netzwerken Reichweite zu erzielen.
Hintergrund der zynischen Kommunikationsstrategie
Dies ist nicht das erste Mal, dass die Trump-Regierung Videospielreferenzen in ihrer Social-Media-Kommunikation einsetzt. Bereits zuvor wurden Bilder von Präsident Trump in der Verkleidung der Figur Master Chief aus Halo geteilt, und das Heimatschutzministerium nutzte Pokémon-Motive in Rekrutierungskampagnen. Das aktuelle Video ist mit dem Hip-Hop-Song Bonfire von Childish Gambino unterlegt, der mit einer Luftschutzsirene beginnt und patriotische Ansagen wie „We're winning this fight“ enthält. Die Überschrift des Beitrags lautet: „Mit freundlicher Genehmigung von Rot, Weiß & Blau.“
Reaktionen von Beteiligten und offene Fragen
Bisher haben sich weder der Call-of-Duty-Herausgeber Activision noch der Musiker Childish Gambino öffentlich zu der Verwendung ihrer Werke geäußert. Es bleibt unklar, ob sie mit der Nutzung einverstanden sind. Die Provokation scheint jedoch Methode zu haben, da sie Diskussionen und Empörung in den sozialen Medien auslöst. Diese Taktik unterstreicht, wie Regierungen moderne Popkultur-Elemente für politische Botschaften instrumentalisieren. Die Debatte über die Ethik solcher Kommunikationsformen wird voraussichtlich weiter anhalten, insbesondere angesichts der schwerwiegenden realen Konsequenzen des dargestellten Konflikts.



