ZDF entfernt KI-generierte Bilder aus Nachrichtenbeitrag nach fehlender Kennzeichnung
ZDF entfernt KI-Bilder aus Beitrag nach Kennzeichnungsfehler

ZDF korrigiert KI-Kennzeichnungsfehler in Nachrichtensendung

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) hat nachträglich Bilder, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden, aus einem Beitrag der Nachrichtensendung »heute journal« entfernt. Grund für diese Maßnahme war die fehlende Kennzeichnung des KI-generierten Materials, wie der Sender auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

Fehlerhafte Ausstrahlung am Sonntag

In der Sendung vom Sonntag waren Aufnahmen zu sehen, die in einem Beitrag über Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE verwendet wurden. Die KI-generierten Bilder zeigten unter anderem eine Frau und zwei Kinder, die von Einsatzkräften auf der Straße abgeführt wurden. Laut ZDF hätten diese Bilder transparent als KI-generiert gekennzeichnet werden müssen, was jedoch bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen unterblieb.

»In den KI-Grundsätzen des ZDF ist festgelegt, dass KI-generiertes Bildmaterial immer transparent gekennzeichnet wird«, erklärte der Sender. Die Redaktion habe den Fehler umgehend korrigiert und das Video entsprechend angepasst. In der ZDF-Mediathek ist inzwischen eine überarbeitete Version der Sendung verfügbar, in der die KI-Bilder durch andere Videosequenzen und Standbilder ersetzt wurden.

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Nachträgliche Kennzeichnung und offene Fragen

Über Teilen des überarbeiteten Beitrags ist nun ein Hinweisbalken eingeblendet mit der Aufschrift: »Video aus redaktionellen Gründen nachträglich geändert«. Zu der entscheidenden Frage, ob der Redaktion zum Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstrahlung bewusst war, dass es sich um KI-generiertes Material handelte, äußerte sich das ZDF auf Nachfrage nicht.

Dieser Vorfall wirft grundsätzliche Fragen zur Transparenz im Umgang mit künstlicher Intelligenz in redaktionellen Produktionen auf. Medienhäuser stehen zunehmend vor der Herausforderung, KI-generierte Inhalte klar zu kennzeichnen, um die Glaubwürdigkeit ihrer Berichterstattung zu wahren. Der schnelle Eingriff des ZDF zeigt jedoch, dass der Sender seine eigenen Richtlinien ernst nimmt und Verstöße konsequent korrigiert.

Die Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung klarer redaktioneller Standards im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Während KI-Technologien neue gestalterische Möglichkeiten eröffnen, müssen Medienunternehmen sicherstellen, dass Zuschauerinnen und Zuschauer zwischen realen Aufnahmen und computergenerierten Inhalten unterscheiden können. Der Vorfall beim »heute journal« dient als wichtiger Präzedenzfall für den verantwortungsvollen Umgang mit diesen neuen Technologien im Journalismus.

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