Erstes Ostern von Papst Leo XIV.: Rückkehr zur Tradition und neue Akzente
Papst Leo XIV.: Erstes Ostern mit Tradition und Friedensappell

Erstes Ostern von Papst Leo XIV.: Eine neue Ära im Vatikan

Das Osterfest im vergangenen Jahr bleibt vielen Katholiken in düsterer Erinnerung. Papst Franziskus, damals bereits von langer Krankheit gezeichnet, konnte am Ostersonntag vor dem Segen Urbi et Orbi nur noch wenige, kaum verständliche Sätze sprechen. Sterbensschwach fuhr er im Papamobil über den Petersplatz, und am Morgen danach verkündeten Kardinäle seinen Tod im Alter von 88 Jahren. Selbst Menschen außerhalb des katholischen Glaubens empfanden Mitgefühl in diesen bewegenden Tagen.

Ein neuer Pontifex mit traditionellem Ansatz

An diesem Sonntag präsentieren sich die Bilder aus dem Vatikan völlig anders. Zum ersten Mal seit 2013 spendet ein neuer Papst den Ostersegen: Papst Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, 70 Jahre alt, geboren in den USA und seit seiner Wahl im Mai des Vorjahres Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken. In seinen ersten elf Monaten hat Leo deutlich gemacht, dass er vieles anders handhaben will als sein Vorgänger, der außerhalb des Vatikans beliebter war als innerhalb seiner Mauern.

Sein erstes Osterfest unterstreicht diesen Kurswechsel. Zum einen ist Leo deutlich jünger und gesünder, zum anderen legt er wieder mehr Wert auf Tradition und Würde. So feierte er am Gründonnerstag die Messe zur Erinnerung an das letzte Abendmahl nicht in einer Sozialeinrichtung oder einem Gefängnis, wie es Franziskus tat, sondern in der Papstbasilika San Giovanni in Laterano. Dort wusch er zwölf katholischen Priestern die Füße und küsste sie – eine Geste, die auf die biblische Demut Jesu zurückgeht. Franziskus hatte hingegen Häftlingen, Asylbewerbern, Frauen und Muslimen die Füße gewaschen.

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Gesundheit und neue Gewohnheiten

Am Karfreitag trug Leo bei der Prozession am Kolosseum, wo Zehntausende Gläubige den Leidensweg Jesu nachgehen, selbst das Kreuz – eine Aufgabe, die Franziskus in seinen gesünderen Jahren vermied und später ganz aufgab. Leo, ein passionierter Tennisspieler, ist fit genug für solche physischen Herausforderungen. Seit Kurzem lebt der erste Papst aus den USA, der auch einen peruanischen Pass besitzt und Staatschef des Vatikans ist, in der päpstlichen Wohnung im Apostolischen Palast. Sogar einen Fitnessraum ließ er einbauen, während Franziskus im Gästehaus des Vatikans blieb.

Leo nutzt zudem die Sommerresidenz in Castel Gandolfo, die Franziskus mied, und verbringt dort regelmäßig Zeit, oft dienstags. Dabei bricht er manchmal mit dem Protokoll und äußert sich zu aktuellen Themen, wie kürzlich zum Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran. Auf die Frage eines TV-Reporters nach einem Appell an US-Präsident Donald Trump antwortete Leo: „Hoffentlich sucht er einen Ausweg. Hoffentlich sucht er nach einer Möglichkeit, das Ausmaß der Gewalt und der Bombardierungen zu verringern.“ Ein Ende der Feindseligkeiten wäre ein bedeutender Beitrag, um den wachsenden Hass im Nahen Osten und weltweit abzubauen.

Friedenshoffnungen zum Osterfest

Nun spekulieren Beobachter, dass Leo sein erstes Ostern nutzen könnte, um über den traditionellen Segen Urbi et Orbi hinaus deutlicher für Frieden zu werben – im Nahen Osten, in der Ukraine und anderen Kriegsgebieten. Während sich die Unterschiede zum Vorgänger in Äußerlichkeiten zeigen, hat der neue Papst inhaltlich noch keine wesentlich anderen Akzente gesetzt. Doch seine Rückkehr zu traditionellen Ritualen und sein Engagement für globale Konflikte markieren einen neuen Stil im Vatikan, der Gläubige und Weltöffentlichkeit gleichermaßen fasziniert.

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