Bewerbungsprozess für Landesgartenschau 2036 gestartet: Welche Stadt holt das grüne Großereignis?
Knapp vier Wochen vor Beginn der aktuellen Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis hat Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John den offiziellen Startschuss für den Bewerbungsprozess um die Landesgartenschau 2036 gegeben. Die CDU-Politikerin verkündete in Erfurt, dass das Auswahlverfahren im Mai dieses Jahres im Staatsanzeiger veröffentlicht wird und damit den Beginn der Bewerbungsphase markiert.
Zeitplan und Ablauf des Bewerbungsverfahrens
Der Bewerbungsprozess für die achte Thüringer Landesgartenschau folgt einem detaillierten Zeitplan. Ab Dezember dieses Jahres können interessierte Kommunen ihre ersten Bewerbungsunterlagen einreichen. Im März 2027 erhalten die Bewerberstädte, -gemeinden oder -landkreise dann alle notwendigen Informationen für den weiteren Verlauf des Verfahrens.
Eine spezielle Bewerbungskommission wird im Dezember 2027 zusammenkommen und die potenziellen Austragungsorte bereisen, um sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. Die endgültige Entscheidung über den Ausrichter der Landesgartenschau 2036 soll im zweiten Quartal des Jahres 2028 fallen.
Entwicklungsschub für ganze Regionen
Ministerin Boos-John betonte die Bedeutung der langen Vorlaufzeit von fast zwölf Jahren. Diese sei notwendig, damit die Kommunen qualitativ hochwertige und nachhaltige Bewerbungskonzepte entwickeln könnten. „Wer eine Landesgartenschau ausrichtet, erhält einen Entwicklungsschub, der eine ganze Stadt und eine ganze Region voranbringt“, erklärte die Ministerin.
Die finanziellen Rahmenbedingungen sind dabei beachtlich: Kommunen, die eine Landesgartenschau austragen, erhalten Fördermittel in Millionenhöhe vom Land Thüringen. Allerdings müssen sie auch erhebliche Eigenanteile aufbringen und zusätzliche Sponsorenmittel generieren. Boos-John wies darauf hin, dass im Falle der Landesgartenschauen jeder Förder-Euro zusätzliche kommunale und private Investitionen nach sich ziehe. Wirtschaft und Tourismus profitierten langfristig von den positiven Effekten der Veranstaltung.
Aktuelle Landesgartenschau als Beispiel
Die am 23. April beginnende fünfte Thüringer Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis im Landkreis Eichsfeld dient als aktuelles Beispiel für den Umfang solcher Veranstaltungen. Das Land Thüringen unterstützt diese Schau mit einem Förderpaket von rund 30 Millionen Euro. Dazu kommen 20 Millionen Euro Eigenmittel der ausrichtenden Kommune.
LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte bezifferte die Betriebskosten für die 172 Tage dauernde Veranstaltung, die bis zum 11. Oktober läuft, auf zwölf Millionen Euro. Um am Ende ohne Verluste dazustehen, seien etwa 325.000 Besucher notwendig. Bereits jetzt seien rund 4.000 Dauerkarten und 12.000 Tageskarten verkauft worden – ein vielversprechender Start.
Programm und nachhaltige Stadtentwicklung
Für die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis wurden mehrere Orte in der Stadt nachhaltig umgestaltet. Besucher erwarten attraktive Grünanlagen, farbenfrohe Blumenschauen sowie moderne Spiel- und Veranstaltungsflächen. Das umfangreiche Programm umfasst Lesungen, Konzerte, Lernangebote für Schulklassen und zahlreiche weitere kulturelle und sportliche Aktivitäten.
Zukünftige Landesgartenschauen in Thüringen
Nach der aktuellen Schau in Leinefelde-Worbis sind bereits die nächsten Austragungsorte festgelegt: Die Landesgartenschau 2030 wird in der Orla-Region von den Städten Pößneck, Neustadt an der Orla und Triptis gemeinsam ausgerichtet. Für das Jahr 2032 folgt dann Altenburg als Gastgeber. Die Bewerbung für 2036 bietet nun weiteren Kommunen die Chance, sich für dieses prestigeträchtige und wirtschaftlich bedeutsame Ereignis zu bewerben.
Die Landesgartenschauen haben sich in Thüringen zu wichtigen Impulsgebern für Stadtentwicklung, Tourismusförderung und regionale Wirtschaft entwickelt. Mit Fördermitteln in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro und dem Potenzial, ganze Regionen nachhaltig zu transformieren, stellt die Austragung einer Landesgartenschau eine einmalige Chance für thüringische Kommunen dar.



