Anlässlich des bundesweiten Tages des Lokaljournalismus lud die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) am Dienstag, den 5. Mai, in das Bistro & Café Markt 33 in Eisleben ein. Zahlreiche Leserinnen und Leser nutzten die Gelegenheit, mit den MZ-Reportern ins Gespräch zu kommen und ihre Meinungen, Wünsche und Kritik zur lokalen Berichterstattung zu äußern.
Umweltbelastung und Landwirtschaft im Fokus
Siegfried Sieg (75) aus Volkstedt, seit 67 Jahren Leser der Zeitung, berichtete von einem Artikel über die Umweltbelastungen durch die Karl-Liebknecht-Hütte aus dem Jahr 1961. Er lobte die damalige Berichterstattung der SED-Bezirkszeitung „Freiheit“ und kritisierte heutige Solaranlagen auf Ackerböden: „Die Landwirtschaft ist als Basis für unsere Ernährung wichtig, ein E-Auto ist nicht wichtig.“
Lokalsport und Veranstaltungshinweise
Während Sieg mit der MZ im Allgemeinen zufrieden ist, bemängelt er die nachlassende Lokalsport-Berichterstattung. Ute Klopfleisch aus Eisleben schätzt die digitale Ausgabe und die Veröffentlichung von Veranstaltungshinweisen für ihren Geschichts- und Heimatverein. Sie wünscht sich mehr Berichte über die mangelnde Sauberkeit in der Stadt: „Wir haben so schöne Orte, es ist traurig, wenn überall Dreck liegt.“
Kulturberichterstattung und Aprilscherze
Harald Franke lobt die „hervorragende Kulturberichterstattung“ und die lokalen Hinweise, vermisst aber die früheren Aprilscherze. Mathias Hoppe, bekannt als Autor und Zeichner, wünscht sich mehr positive Berichte über Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen sowie Hinweise auf Hilfsangebote.
Stadtentwicklung und junge Familien
Angelika und Jörg Heide fordern mehr Engagement der Stadtverwaltung, um Eisleben jünger zu machen. Sie verkauften ihr Elternhaus an eine Familie aus Halle-Neustadt und sehen darin eine Win-Win-Situation. Monika Heide ergänzt: „Im Sommer ist im Theater Pause, dann ist tote Hose.“ Sie wünscht sich mehr Kulturveranstaltungen auf den schönen Plätzen der Stadt.
Verkehr und Sauberkeit
Monika Bumke beklagt, dass Bürger mit ihren Anliegen von der Stadt oft nicht gehört werden. Auch die Sauberkeit des Stadtparks und der Stadtterrassen ließe zu wünschen übrig. Wilfried Brahmann verfolgt den Straßenbau in der Bahnhofstraße mit Skepsis: „Die Baustelle soll bis August 2026 fertig sein, aber momentan sieht es aus, als hätten sie gerade erst angefangen.“ Lob gibt es dagegen für die Planung der Magdeburger Straße.



