Seit dem 1. März ist Martin Baumgärtner (44) der neue Verwaltungschef des Englischen Gartens in München. Der Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, der zuvor als Parkpfleger am Schloss Nymphenburg tätig war, steht nun vor großen Herausforderungen. In einem Gespräch mit der AZ erläutert er, wie er das grüne Herz Münchens schützen will.
Herausforderungen im Englischen Garten
Der Englische Garten, ein beliebtes Naherholungsgebiet, leidet unter Hitzesommern, steigenden Besucherzahlen, Bibern und enormen Müllmengen. Baumgärtner betont, dass der Schutz des Parks oberste Priorität hat. „Wir müssen den Spagat schaffen zwischen Erholung für die Menschen und dem Erhalt der Natur“, sagt er.
Maßnahmen gegen Hitze und Trockenheit
Um den Park widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen, setzt Baumgärtner auf eine verbesserte Bewässerung und die Pflanzung hitzeresistenter Bäume. Zudem sollen Rasenflächen weniger gemäht werden, um die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten.
Müllproblem und Besucherlenkung
Die Müllberge im Englischen Garten sind ein wachsendes Problem. Baumgärtner plant, die Anzahl der Abfallbehälter zu erhöhen und regelmäßige Reinigungen zu intensivieren. Gleichzeitig sollen Besucher durch gezielte Information und Beschilderung dazu angehalten werden, ihren Müll selbst zu entsorgen.
Umgang mit Bibern
Die Biberpopulation im Englischen Garten hat zugenommen, was zu Konflikten mit der Parknutzung führt. Baumgärtner setzt auf eine Kombination aus Schutzmaßnahmen für die Tiere und gezielten Eingriffen, um Schäden an Bäumen und Ufern zu minimieren.
Zusammenarbeit mit der Stadt
Der neue Parkchef betont die enge Zusammenarbeit mit der Stadt München und anderen Behörden. „Nur gemeinsam können wir den Englischen Garten für zukünftige Generationen erhalten“, so Baumgärtner. Er plant regelmäßige Bürgerdialoge, um Anregungen und Kritik aufzunehmen.
Baumgärtner, der in Bogenhausen aufgewachsen ist und selbst eine Leidenschaft für Schrebergärten hat, bringt viel Erfahrung und Engagement mit. „Der Englische Garten ist nicht nur ein Park, sondern ein Stück Münchner Identität“, sagt er abschließend.



