Grün, blühend und duftend: So wollte sich Rostock bei der Bundesgartenschau (Buga) 2025 der gesamten deutschen Öffentlichkeit präsentieren. Doch nach jahrelangen Planungen beschloss die Bürgerschaft Mitte 2022, die Buga abzusagen, da die zahlreichen Baumaßnahmen nicht rechtzeitig im geplanten Kostenrahmen umzusetzen seien. Ein Offenbarungseid der Hansestadt, war es doch die erste Absage in der 70-jährigen Geschichte der Bundesgartenschau überhaupt. Jetzt soll Rostock in einem neuen Anlauf zur Blumenstadt werden, wenn auch in einem wesentlich kleineren Rahmen.
„Blühendes Rostock“ auf den Weg gebracht
Mit großer Mehrheit stimmten die Bürgerschaftsmitglieder für den Antrag „Blühendes Rostock“ der Fraktion FDP/Unabhängige. Allerdings mit einer von den Grünen eingebrachten Änderung. Der FDP-Antrag sah vor, dass die Stadtverwaltung ein Patenprogramm für privates Blumen-Sponsoring auflegen, entsprechende private Finanzierungen finden und den übrigen Prozess organisieren sollte. „Das ist mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden, der durch die Verwaltung nicht zu leisten ist“, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende Felix Winter. „Wir wollen keine zusätzlichen Aufgaben in die Verwaltung geben.“
Stattdessen soll der konkrete Impuls für mehr Blumenampeln an Straßenlaternen sowie für mobile Pflanzkaskaden im öffentlichen Raum zunächst von den privaten Akteuren ausgehen und dann von der Verwaltung durch eine möglichst zügige Prüfung und Freigabe der Orte unterstützt werden. „Die Unterstützung soll im Wesentlichen also darin bestehen, die Freigabe entsprechender Laternen und Aufstellflächen im Falle privater Initiativen möglichst unbürokratisch zu prüfen sowie bei Bedarf fachliche Hinweise zu geben“, so Winter.
FDP: Rostock hat deutlichen Nachholbedarf
Dem schloss sich die Bürgerschaft an, denn in der Sache folgte die Mehrheit dem FDP-Ansinnen. Es gehe darum, das Stadtbild insgesamt zum Positiven zu verändern, sagte die FDP-Fraktionsvorsitzende Julia Kristin Pittasch. „Rostock steht im Wettbewerb um Besucher, Kaufkraft und Aufenthaltsqualität, nutzt sein enormes Potenzial bislang aber nicht. Während Blumenampeln und Pflanzkaskaden in vielen anderen Städten längst selbstverständlich zum Stadtbild gehören, hat Rostock hier noch deutlichen Nachholbedarf.“ Mit einem privat unterstützten Patenprogramm solle die Innenstadt attraktiver gestaltet werden, um Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus zu stärken.
Es gehe nicht um „ein millionenschweres Prestigeprojekt“, so Julia Kristin Pittasch in Anspielung auf die gescheiterte Buga, sondern lediglich um Blumen. „Blumenampeln kosten kein Vermögen, machen aber einen riesigen Unterschied. Sie sorgen dafür, dass sich Menschen gerne in der Stadt aufhalten“, sagte sie und ergänzte: „Wenn wir wollen, dass Menschen gerne in die Innenstadt kommen und Touristen länger bleiben, dann müssen wir auch etwas fürs Auge bieten.“
Die Verwaltung begrüßt eine Verschönerung ausgewählter Plätze oder Bereiche im Stadtgebiet mit Blumenampeln oder Blumenkaskaden. Das Patenprogramm müsse sich dabei privat tragen und hätte nur eine Schnittstelle in die Verwaltung. Die genaue Umsetzung solle jetzt nach dem Beschluss der Bürgerschaft geprüft werden. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) brach abschließend eine Lanze für das Grünamt der Stadt. „Jedes Jahr werden von den Mitarbeitern dieses Amtes bei der Frühjahrsbepflanzung 50.000 Blumen gepflanzt, um die Innenstadt und Warnemünde zu verschönern. Es ist also nicht so, dass die Stadt gar nichts macht“, so die Oberbürgermeisterin.



