Templin entfernt umstrittenen Brunnen nach Bauschäden und Sicherheitsbedenken
Die Stadt Templin in der Uckermark hat endgültig die Entscheidung getroffen, den seit langem umstrittenen Brunnen auf dem Kirchvorplatz abzubauen. Nachdem der Fördermittelgeber grünes Licht für die Neugestaltung der Anlage gegeben hat, kann der Rückbau nun zügig beginnen. Die Fachbereichsleiterin für Bauverwaltung, Silke Gisder, informierte im jüngsten Bau-, Ordnungs- und Sicherheitsausschuss der Stadtverordnetenversammlung über diesen wichtigen Schritt.
Von Anfang an umstritten und nun eine Gefahrenquelle
Der Brunnen, der bereits seit seiner Errichtung im Jahr 2011 bei Stadtverordneten und Bürgern auf Kritik stieß, hat sich zu einer echten Problemzone entwickelt. Erhebliche Bauschäden führten dazu, dass die Stadtverwaltung zu dem Schluss kam, eine Neugestaltung sei sinnvoller als eine kostspielige Sanierung. Ohne die Freigabe des Fördermittelgebers wäre die Mittelbindung für den Brunnen erst im Jahr 2037 abgelaufen, was die Situation noch weiter verzögert hätte.
Die Sicherheitsbedenken sind vielfältig: Defekte Platten des Unterbaus haben den Brunnen zu einer Unfallgefahr werden lassen. Aus diesem Grund waren die Fontänen bereits seit längerer Zeit außer Betrieb. Zudem funktionierte die Wasserzufuhr nicht einwandfrei, was zu unschönen Ablagerungen führte. Diese verfärbten nicht nur die Granitplatten, sondern stellten auch eine Rutschgefahr dar. Der Cortenstahl der Figuren, der ursprünglich in rostroter Farbe an die Maria-Magdalenen-Kirche angelehnt war, ist inzwischen stark ausgeblichen.
Historischer Hintergrund und zukünftige Pläne
In die Brunnenanlage, die 2012 eingeweiht wurde, flossen damals insgesamt 204.000 Euro. Dank einer Städtebauförderung musste die Stadt lediglich 20 Prozent der Kosten selbst tragen, während Land und Bund sich die restlichen 80 Prozent teilten. Die Gestaltung des Brunnens ging auf einen Wettbewerb zurück, bei dem 2011 fünf Künstler eingeladen wurden. Die Jury entschied sich für die Skulptur „Stadt-Badenden“ von Christian Uhlig. Allerdings waren den Künstlern als Basis zwei fünfeckige, in Granit eingefasste Wasserbecken vorgegeben, durch die ein Gehweg zur Kirche führt.
Silke Gisder betonte, dass die Stadt nun den Rückbau und die Einebnung der Fläche schnellstmöglich in Angriff nehmen wird. Erst in einem zweiten Schritt sollen dann die Planungen für eine neue Brunnenanlage folgen. Die Skulpturen der „Stadt-Badenden“ werden dabei nicht entsorgt, sondern sollen einen anderen, geeigneten Platz in der Stadt finden. Dieser Prozess markiert einen wichtigen Meilenstein in der städtischen Entwicklung von Templin, der sowohl Sicherheitsaspekte als auch ästhetische Überlegungen berücksichtigt.



