Münchens trister Willy-Brandt-Platz erhält für 18,6 Millionen Euro grüne Oase
Willy-Brandt-Platz in Riem wird für 18,6 Millionen umgestaltet

Münchens trister Willy-Brandt-Platz erhält grüne Metamorphose für 18,6 Millionen Euro

Der Willy-Brandt-Platz in München-Riem gilt als einer der tristesten Orte der bayerischen Landeshauptstadt. Diese Ära soll nun ein Ende finden. Die Stadt München investiert insgesamt 18,6 Millionen Euro in eine umfassende Umgestaltung des Platzes, der seit seiner Erstellung vor zwanzig Jahren als wenig einladend galt. Die Arbeiten haben bereits mit einem symbolischen Spatenstich begonnen.

Von grauer Leere zu grünem Treffpunkt

Der Platz vor den Riem Arcaden erstreckt sich über eine Fläche von 14.000 Quadratmetern – das entspricht der doppelten Größe des Marienplatzes oder der Rasenfläche in der Allianz Arena. Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer von den Grünen beschreibt die bisherige Situation deutlich: "Er ist ein Platz der Leere geblieben." Diese Leere soll nun mit Leben gefüllt werden.

Bürgermeister Dominik Krause, der in Kürze als erster grüner Oberbürgermeister Münchens antreten wird, betont: "Im Wahlkampf habe ich mehr Grün für München versprochen, und dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt." Die Umgestaltung passt perfekt in die städtebauliche Strategie der Stadtregierung.

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98 Bäume und ein Meer aus Stauden

Das Herzstück der Neugestaltung bildet eine umfangreiche Begrünung. Zunächst wurden 50 nicht optimal entwickelte Bäume gefällt. An ihrer Stelle werden nun insgesamt 98 neue Bäume gepflanzt, die einen kleinen Wald vor dem Einkaufszentrum entstehen lassen. Ergänzt wird dies durch ein Wildstaudenmeer mit bis zu 75 verschiedenen blühenden Pflanzen, Stauden, Gräsern und Kräutern.

Für Erholungssuchende entstehen zahlreiche Sitzgelegenheiten im Schatten der Bäume. Aktivere Besucher können sich an Fitnessgeräten und Boulderwänden betätigen. Sogar Gemeinschaftsgärten sind geplant, in denen Münchnerinnen und Münchner gärtnern können.

Brunnen mit 44 Fontänen und Barrierefreiheit

Ein besonderes Highlight wird der neue ebenerdige Brunnen mit 44 Fontänen sein, der besonders bei Kindern für Begeisterung sorgen dürfte. Baureferentin Ehbauer erklärt: "Der Platz wird vollständig barrierefrei gestaltet, und der Wochenmarkt sowie andere Veranstaltungen können weiterhin dort stattfinden."

Trotz der umfangreichen Bauarbeiten, die bis Anfang 2028 andauern sollen, verspricht Ehbauer: "Der Platz wird immer überquerbar sein. Alles wird erreichbar bleiben." Die Beeinträchtigungen für Passanten und Geschäftsleute sollen so minimal wie möglich gehalten werden.

Finanzierung durch Bund und Freistaat

Das ambitionierte Projekt wäre ohne finanzielle Unterstützung von außen kaum realisierbar gewesen. Bürgermeister Krause betont: "Alleine könnte das die Stadt nicht stemmen." Glücklicherweise werden die Hälfte der Kosten durch Fördergelder gedeckt. Während der Bund einen Teil beisteuert, leistet der Freistaat Bayern mit 6,6 Millionen Euro den größten Beitrag.

Für die Zukunft plant Krause weitere ähnliche Projekte: "Grundsätzlich ist es mir wichtig, die Aufenthaltsqualität am Stadtrand zu stärken." Konkrete Pläne für den nächsten umzugestaltenden Platz wollte er jedoch noch nicht verraten.

Die Umgestaltung des Willy-Brandt-Platzes markiert einen bedeutenden Schritt in Münchens Bestreben, auch peripher gelegene Stadtteile attraktiver zu gestalten und mehr Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

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