Wer sich eine Systemkamera oder Spiegelreflexkamera zulegt, erhält oft ein praktisches Kit-Objektiv dazu. Diese kleinen Zoom-Linsen sind leicht und günstig. Aber da geht noch mehr bei diesen Kameras: Man kann das Objektiv austauschen und so noch bessere Fotos und Videos schießen. Wir geben dir Tipps, worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Kit-Objektive im Detail
Kauft man eine Kamera im Set, gibt es meist einen Rabatt. Besonders günstige Modelle kommen oft fast zum gleichen Preis wie ohne Objektiv – oft mit einem preiswerten Zoom. Die Hersteller sparen hier an der Ausstattung: Dreifacher optischer Zoom ist Standard. Bei Weitwinkelobjektiven fängt der Spaß bei 23 bis 29 Millimetern an. Teleobjektive bringen es meist auf 70 bis 90 Millimeter. Entfernte Motive sind damit schwer einzufangen.
Die meisten Kit-Objektive haben eine variable Blende. Diese Bauweise ermöglicht besonders kompakte Linsen. Im Weitwinkelbereich ist eine Anfangsblende von f3.5 oder f4 üblich, was für viele Motive ausreichend ist. Im Telebereich kann es f5.6 oder f6.3 sein. Aber was bedeutet das f? Es zeigt das Verhältnis zwischen Brennweite und Blendenöffnung. Eine kleinere Zahl bedeutet eine größere Öffnung und mehr Licht auf dem Sensor. Größere Zahlen bringen weniger Licht auf den Sensor, was schnelle Bewegungen verwischen kann. Zudem lassen sich Motive nicht so gut vom Hintergrund lösen.
Tele-Zoom für entfernte Motive
Mit einem Kit-Objektiv entfernte Motive heranzuholen, ist meist schwierig. Doch es gibt Tele-Zooms, die genau hier anknüpfen. Manche erreichen 300 Millimeter Brennweite, andere sogar 450 oder 600 Millimeter. Perfekt, um entfernte Details wie einen Wetterhahn auf dem Kirchturm zu fotografieren. Und das zu einem günstigen Preis: Tele-Zooms gibt es schon für weniger als 200 Euro.
Makro-Objektive für Nahaufnahmen
Wer wirklich nah ran möchte, greift zu Makro-Objektiven. Diese erlauben es, winzige Motive formatfüllend abzulichten. Ein Abbildungsmaßstab von 1:1 ist Standard. Das bedeutet, das Motiv kann so klein wie der Sensor sein – etwa 13x17,3 Millimeter bei MicroFourThirds, 15,6x23,5 Millimeter bei APS-C und 24x36 Millimeter im Vollformat. Empfohlene Makro-Objektive gibt es bereits für weniger als 300 Euro. Teurere Modelle bieten oft längere Brennweiten und mehr Abstand zum Motiv.
Lichtstarke Objektive: Mehr Licht, weniger Schärfentiefe
Ein lichtstarkes Objektiv bringt bei wenig Licht mehr Helligkeit auf den Sensor. Gleichzeitig reduziert es die Schärfentiefe und lässt störende Hintergründe verschwinden. Solche Linsen sind teuer: Ein gutes Zoom kostet selten unter 1000 Euro, Spitzenmodelle sogar mehr als 2000 Euro. Dafür liefern sie Top-Bildqualität und haben meist einen starken Autofokus.
Weitwinkel-Zooms für mehr Bild
Innenaufnahmen mit viel drauf? Weitwinkel-Zooms sind die Lösung. Sie erlauben es, selbst in engen Räumen alles aufs Bild zu bekommen. Für Kameras mit kleinerem Sensor gibt es Modelle schon für unter 300 Euro. Für Vollformatkameras sind sie teurer, ab 600 Euro aufwärts.
Universal-Zooms für Reisefotografen
Ein Universal-Zoom erspart den ständigen Wechsel der Objektive und schützt die Kamera vor Staub. Mit einem großen Brennweitenbereich sind sie ideal für unterwegs. Ab 200 Euro erhältlich, bieten sie Komfort, auch wenn die Bildqualität manchmal leidet. Neuere Modelle bieten jedoch fast die gleiche Qualität wie Standard- und Tele-Zooms.
Porträt-Objektive für den perfekten Look
Für perfekte Porträts gibt es spezielle Objektive mit großer Blende. Sie machen den Hintergrund unscharf und lassen die Augen scharf erscheinen. Empfehlenswerte Modelle gibt es schon ab 130 Euro. Im Vollformat sind sie teurer, aber auch hier gibt es preiswerte Alternativen.
Besondere Perspektiven mit Fisheye und Shift
Fisheye-Objektive verleihen Bildern einen besonderen Look, indem sie gerade Linien krümmen. Shift-Objektive hingegen korrigieren stürzende Linien, ideal für Architekturaufnahmen. Sie sind teuer, bieten aber eine einzigartige Bildqualität. Ein Stativ ist oft notwendig, um die beste Verschiebung der Optik zu erreichen.
Systemkamera-Objektive: Neuer ist besser
Neue Systemkamera-Objektive bieten oft bessere Bildqualität als ältere Spiegelreflex-Modelle. Sie sind näher am Sensor, was weniger Streulicht und mehr Schärfe bedeutet. Besonders bei Weitwinkel-Objektiven zeigt sich dieser Vorteil.
Spiegelreflex-Objektive: Große Auswahl, kleiner Preis
Spiegelreflex-Objektive gibt es schon lange und in großer Zahl. Das macht sie oft günstiger als neue Systemkamera-Objektive. Doch Vorsicht: Die Unterschiede in der Bildqualität sind groß. Neuere Modelle sind oft genauso gut wie Systemkamera-Linsen, ältere Modelle bieten jedoch manchmal einen charmanten Vintage-Look.



