Tranchierbestecke im Test: Drei Solinger Sets im Vergleich für perfekte Bratenscheiben
Wer für Freunde oder Familientreffen einen großen Braten plant, möchte ihn in feine, servierbare Scheiben schneiden. Ob Osterlamm, Burgunderbraten, Pastrami aus dem Smoker, Roastbeef, Brathuhn oder BBQ-Rollbraten – ein gutes Tranchierbesteck ist unverzichtbar. Unser Experte hat drei edle Kombinationen aus Fleischmesser und -gabel getestet, alle hergestellt von klassischen Solinger Schmiedemanufakturen, und kam dabei ohne Pflaster davon.
Diese drei Tranchier-Kombinationen haben wir getestet:
- Burgvogel Olivia Fleischmesser 18 cm und Gabel 15 cm
- Wüsthof Classic Ikon Set
- Güde Delta Set
Burgvogel Olivia: Solide Klingenkunst mit Olivenholzgriff
In Solingen, Deutschlands Klingenhauptstadt, schmiedet die Manufaktur Burgvogel seit 1949 Gebrauchsmesser. Die „Olivia Line“ verbindet solide Klingenkunst mit einem ansehnlichen Griff aus Olivenholz, das durch langsame Wachstumsprozesse eine hohe Dichte, Festigkeit und Schimmelresistenz aufweist. Das Messer verfügt über eine Handabzug-Schneidkante im 14-Grad-Winkel, ausgeführt in Chrom-Molybdänstahl X50CrMoV15 mit einer Härte von 56+ HRC.
Bei der Arbeit liegt das Burgvogel-Messer gut und sicher in der Hand, auch bei fettigen Fingern. Mit einem Gewicht von 165 Gramm und einer Gesamtlänge von 33 cm eignet es sich besonders für kleinere bis mittlere Braten. Die Klinge ist mit 2,8 Millimetern etwas dick, was das Schneiden hauchdünner Scheiben leicht erschwert. Dennoch zog es mühelos durch geschmorte Rinderbacken, rohe Fasanenbrüste und mittelgroßes Roastbeef.
Die Fleischgabel teilt die Vorteile des Messers und erwies sich als die sicherste der getesteten Gabeln, mit einem sanften Schwung im Materialverlauf, der ein Abrutschen von mürbem Bratgut verhindert. Messer und Gabel werden nicht im Set angeboten, müssen also separat gekauft werden. Das Duo liefert gute Dienste, wo eine ordentliche, aber nicht extrem scharfe Klinge benötigt wird.
Preis: Ca. 150 Euro.
Wüsthof Classic Ikon: Die S-Klasse unter den Tranchierbestecken
Das Set aus der Top-Serie von Wüsthof entspricht optisch dem klassischen Bild eines Tranchierbestecks: lange, schmale Gestalt, minimal mattierter Edelstahl mit Voll-Erl und schwarzen Griffschalen aus Polyoxymethylen, die auch nach Jahren nicht ausbleichen. Der Stahl X50CrMoV15 wird auf eine Härte von 58 HRC gehärtet, was eine längere Schnitthaltigkeit ermöglicht.
Beim Test fiel der schärfere Werksschliff auf, dank eines lasergesteuerten Endschliffs im 14-Grad-Winkel. Die schlanke Klinge mit nur zwei Millimetern Stärke und einem Gesamtgewicht von 174 Gramm ermöglicht ein traumhaft ermüdungsfreies Arbeiten. Die 20-Zentimeter-Schneide fährt mühelos durch mürbes Fleisch, ohne Fasern anzureißen, und eignet sich sogar für hauchdünne Scheiben von Rohschinken.
Die Gabel mit elf Zentimeter langen, pyramidenförmigen Zinken erlaubt ein tiefes Einstechen und ruckelfreies Fixieren, kann aber bei größeren Fleischstücken zum Abrutschen führen. Das Wüsthof-Set ist ideal für alle, die ein hochwertiges Fleischmesser für ein Leben lang suchen.
Preis: UVP 280 Euro, Straßenpreis ca. 230 Euro.
Güde Delta: Design-Ikone mit Eishärtung
Auch Güde stammt aus Solingen und ist für sein patentiertes Wellenschliff-Messer bekannt. Das Delta-Set besteht aus einem Schinkenmesser mit 21 cm Klingenlänge und einer markant geschwungenen Fleischgabel, beide aus einem Stück X50CrMoV15-Stahl geschmiedet und auf 58 HRC eisgehärtet. Der Griff kombiniert Messerstahl mit Einlagen aus afrikanischem Ebenholz oder Räuchereiche.
Das Design ist bildschön, und trotz des höheren Gewichts von 263 Gramm beim Messer ist das Handling ermüdungsfrei. Die Werksschärfe liegt zwischen Burgvogel und Wüsthof, absolut ausreichend für alle Bratprojekte. Die Gabel hat mit 16 cm die längsten Zinken, asymmetrisch geformt für sicheres Halten großer Braten wie Truthähne.
Das Güde-Set ist das teuerste im Test und empfiehlt sich für Fleischesser, die Freude an Solinger Schmiedekunst haben und häufig große Braten zubereiten. Es eignet sich besonders für Designer-Küchen oder Außenküchen mit Supergrill.
Preis: UVP 323 Euro, Straßenpreis ca. 290 Euro.
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