Häufiger Fehler: Das sollte man bei Wespen und Bienen auf jeden Fall vermeiden
Mit den steigenden Temperaturen summt und brummt es wieder überall. Beim Kaffeekränzchen oder bei der Grillparty unter freiem Himmel sind fliegende Mitesser allerdings in der Regel nicht gerne gesehen. Panik ist jedoch unangebracht, denn längst nicht alles, was summt und brummt, ist auch an unseren Speisen interessiert oder will uns stechen. Ein kleiner Leitfaden hilft, die verschiedenen Brummer zu unterscheiden und richtig zu reagieren.
Hummeln
Hummeln sind ganz leicht zu erkennen. Die etwas rundlicheren Insekten sind dicht behaart und summen mit einem relativ tiefen Brummton. Zudem fliegen sie oft nur recht langsam. Die in Europa häufig vorkommenden Gartenhummeln und die ebenfalls häufigen Dunklen Erdhummeln sind schwarz und weisen zwei gelbe Streifen auf, außerdem haben sie ein weißes Hinterteil. Je nach Art können Hummeln relativ groß werden, zwei Zentimeter Körperlänge sind durchaus möglich. Dafür sind die Brummer aber auch überaus friedlich. Sie sind an Süßigkeiten oder Kuchen nicht interessiert und verirren sich höchstens einmal versehentlich an den Kaffeetisch. Da manche Arten blaue Gegenstände lieben, kann das allerdings durchaus schon einmal vorkommen. Die Insekten können zwar stechen, tun dies aber nur sehr ungern und auch nur dann, wenn sie bedroht werden.
Hornissen
Auch Hornissen sind sehr einfach zu identifizieren. Sie sind mit ihren bis zu drei Zentimetern Körperlänge nämlich recht groß und fliegen oft sehr langsam. Dabei geben sie einen lauten und tiefen Brummton von sich, der nicht zu überhören ist. Der Hinterleib weist die typische gelb-schwarze Wespenzeichnung auf, wohingegen der Vorderleib überwiegend braun und schwarz ist. Aber seit Jahren breitet sich auch im Südwesten die Asiatische Hornisse immer weiter aus. Sie ist kleiner, hat einen dunklen Körper und gelbe Füße. Ihre Nester baut sie häufig in Schuppen oder Rollladenkästen, zieht jedoch im Hochsommer um und errichtet ihr sogenanntes Sekundärnest weit oben in Baumwipfeln. Die Vespa velutina ernährt sich unter anderem von anderen Insekten und ist nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu nicht aggressiver als heimische Hornissen. Ihre Stiche können allergische Reaktionen auslösen. Aber die Tiere sind grundsätzlich nicht an unseren Speisen und Getränken interessiert und kommen auch nicht zum Kaffeekränzchen. Obwohl Hornissen ein sehr schlechtes Image haben, sind sie überaus friedlich und stechen nur zur Selbstverteidigung oder zur Verteidigung ihres Nestes. Dass drei Hornissenstiche einen Menschen töten können und sieben ein Pferd, ist lediglich ein weitverbreiteter Irrtum.
Wespen
Es gibt eine ganze Reihe von Wespenarten in Europa. Nur die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe kommen aber an den gedeckten Esstisch. Beide Arten werden in der Regel etwa eineinhalb Zentimeter lang und sehen aus wie typische Wespen, weisen also den charakteristischen schwarz-gelb-gestreifen Hinterleib auf. Die Tiere geben beim Fliegen das typische Wespensummen von sich. Sie sind zwar lästig, stechen aber nur, wenn sie bedroht werden. Im Gegensatz zu Honigbienen können Wespen auch mehrfach stechen, da sie beim Stechen ihren Stachel nicht verlieren.
Bienen
Unsere Honigbienen sind etwa eineinhalb Zentimeter lang, teilweise behaart und großenteils bräunlich mit gestreiftem Hinterleib. Sie haben also nicht die grellen Gelbtöne und das tiefe Schwarz der Wespen. Sie geben im Flug das typische Bienensummen von sich, das nicht allzu laut ist. Normalerweise kommen die Tiere nicht zur Grillparty oder an den Kaffeetisch, fliegen aber auf süße Düfte, sodass vielleicht doch einmal die eine oder andere Biene kurz vorbeischaut. Auch Honigbienen sind überaus friedlich, solange sie nicht bedroht werden. Jede Honigbiene kann einen Menschen in der Regel nur ein einziges Mal stechen, da sie dabei ihren Stachel verliert, der in der Haut stecken bleibt. Der Stachel sollte möglichst schnell entfernt werden und ohne die kleine Giftblase zu quetschen, die zumeist ebenfalls noch am Stachel verbleibt.
Libellen
Libellen sind mit bis zu über 10 Zentimetern Körperlänge die größten Insekten hierzulande und ebenfalls sehr leicht zu erkennen. Sie fliegen absolut lautlos, ohne zu brummen oder zu summen. Manchmal kann man ein leichtes Knistern der Flügel vernehmen, allerdings nur bei sehr gewagten Flugmanövern. Größere Arten sind auch blitzschnell. Es gibt einige Spezies, die Wespen auf den ersten flüchtigen Blick optisch ein wenig ähnlich sehen, wie etwa die weiblichen Tiere des Plattbauchs. Libellen sind friedlich und können nicht stechen. Sie sind auch nicht an unseren Speisen und Getränken interessiert und kommen nicht an den Kaffeetisch oder zur Grillparty. Falls doch einmal eine vorbeischaut, ist sie auch gleich wieder weg.
Schwebfliegen
Einige Schwebfliegenarten sehen Wespen zum Verwechseln ähnlich und weisen auch deren typische schwarz-gelbe Streifen auf. Die meisten Spezies brummen oder summen aber nicht im Flug, doch manche tun dies durchaus. Sie setzen darauf, dass ihre Feinde sie mit wehrhaften Wespen verwechseln. Doch das ist alles nur Show: Schwebfliegen können nicht stechen und sind absolut friedlich. Falls sie sich doch einmal an den Kaffeetisch verirren sollten, stehen sie dort oft nach Kolibriart eine Weile auf der Stelle in der Luft, bis sie dann wieder weiter fliegen.
Käfer
Es gibt durchaus einige Käferarten, die Wespen oder Hummeln sehr ähnlich sehen. Der sehr schlanke, längliche Eichenwidderbock ist in etwa so groß wie eine Wespe und hat auch in etwa deren Färbung. Allerdings ist hier die Grundfarbe schwarz, worauf sich nur relativ dünne gelbe Streifen finden. Er ist leicht als Käfer zu erkennen, da in Ruhestellung nur sein anliegendes Deckflügelpaar zu sehen ist, mit denen er das zweite, darunter befindliche Flügelpaar schützt. Das Gleiche gilt für den Gebänderten Pinselkäfer, der mit Hummeln verwechselt werden kann. Beide Arten sind friedlich und kommen nicht an den Essenstisch.
Schmetterlinge
Manche Schmetterlinge sehen Wespen und Hornissen zum Verwechseln ähnlich, und das ist durchaus beabsichtigt, denn sie wollen mit der Warnfärbung ihre Feinde abschrecken. Der Große Weiden-Glasflügler und der Hornissen-Glasflügler sind vor allem im Flug kaum von echten Hornissen zu unterscheiden, denn sie geben sogar ein Brummen von sich, das an echte Hornissen erinnert. Doch bei beiden Arten handelt es sich um vollkommen ungefährliche Schmetterlinge. Sie kommen nicht zum Picknick vorbei und haben kein Interesse an unseren Speisen und Getränken.
Verhaltenstipps
Der wichtigste Tipp zuerst: keine Panik. Die Tiere sind keine Monster und stechen – wenn überhaupt – dann nur zur Selbstverteidigung, wenn sie selbst oder ihr Nest bedroht werden. Die nähere Umgebung von Nestern und vor allem deren Eingangsbereich sollte daher gemieden werden. Auf keinen Fall darf man nach den Tieren schlagen. Auch der Lufthauch, der beim Schimpfen in nächster Umgebung entsteht, kann von den Insekten als Bedrohung gewertet werden. Daher sollte auch das laute Schimpfen unterbleiben. Getränke und wenn möglich auch Speisen sollten so gut es geht abgedeckt werden. Kleinen Kindern ist regelmäßig der Mund abzuwischen. Wer keine Hummeln anlocken möchte, sollte auf alles Blaue verzichten. Auch süße, blumige Parfüms sind nicht zu empfehlen. Eine kleine Zerstäuberflasche mit klarem Leitungswasser eignet sich gut, um besonders hartnäckige Tiere zu vertreiben. Insektengiftallergiker sollten ohnehin immer ihr Notfallset bei sich tragen.



