Die Bremer Straßenbahn feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen, deren Höhepunkt eine außergewöhnliche Fahrzeugparade bildet. Am Samstag, dem 6. Juni, verwandelt sich die Obernstraße zwischen Brill und Domsheide von 16 bis 18 Uhr in eine lebendige Bühne der Verkehrsgeschichte. Historische Bahnen, moderne Fahrzeuge und passende Oldtimer rollen durch die Innenstadt und machen die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in Bremen unmittelbar erlebbar. Von der Pferdebahn aus dem Jahr 1876 bis zum heutigen GT8N-2 „Nordlicht“ reicht die Spannbreite der Fahrzeuge, die Besucher aus nächster Nähe bestaunen können.
Von der Pferdebahn zur modernen Straßenbahn
Die Geschichte der Bremer Straßenbahn begann im Jahr 1876 mit der ersten Pferdebahnstrecke vom Herdentor nach Horn – heute die Linie 4. Aus den anfänglichen fünf Kilometern ist ein rund 600 Kilometer umfassendes Netz aus Bus- und Straßenbahnlinien geworden, das weiter wächst. Mit der Verlängerung der Linien 1, 2 und 8 werden neue Quartiere erschlossen und besser angebunden. Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal betont die Bedeutung des Unternehmens: Die BSAG verbinde Menschen und Stadtteile und mache Mobilität in Bremen verlässlich, komfortabel und nachhaltig.
Historische Fahrzeuge im Einsatz
Im Jahr 1888 wurden vier Pferdebahnen in den Dienst gestellt. Schaffner und Fahrer waren wichtiger Teil des Aufkommens der öffentlichen Mobilität. Sie hatten damals die Verantwortung für gut 16 Fahrgäste, die auf einfachen Lattensitzen in Längsrichtung saßen, jeweils acht auf jeder Seite. Der Dienst war für die Pferdebahner hart und konnte auch schon 14 Stunden lang werden – stehend und ohne Heizung. Besser erging es den Zugpferden, die alle paar Stunden ausgetauscht und als teure Investition der Gesellschaft umsorgt wurden.
Tradition trifft Innovation
Dass Bewährtes und Neues Hand in Hand gehen können, hat Bremen schon immer ausgezeichnet und damit auch über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen gesorgt. Beispielsweise setzte die BSAG bereits früh auf Elektrizität und konnte 1890 die erste elektrische Oberleitungsbahn Europas in Betrieb nehmen. 1988 war sie Vorreiterin mit dem ersten barrierefreien Niederflurbus und 1990 mit der ersten Niederflurstraßenbahn Deutschlands, deren Beispiel weitere Verkehrsunternehmen folgten. Jüngst hat die Bremer Straßenbahn das bis dato deutschlandweit einzigartige System „AI Watch“ vorgestellt, das für noch mehr Sicherheit in den Fahrzeugen sorgt.
Der „Stadtbahnwagen“ als moderner Klassiker
Der „Stadtbahnwagen“ darf wohl als moderner Klassiker der BSAG bezeichnet werden. 1973 beschafft, bei Wegmann in Kassel gebaut, zunächst mit hydraulischer Gelenksteuerung ausgeliefert (später durch Mechanik ersetzt) – mit dem neuen Typ hatte das Verkehrsunternehmen die Antwort auf die Konkurrenz zum Pkw und für die Anforderungen der neuen Linien 1 und 6. Die moderne Optik erinnert an U-Bahn-Wagen. Träumte doch die Stadt vom Schienenverkehr unter der Erde. Der „Wegmann“ hatte noch eine Besonderheit: So manche Bahn trug einen Namen am Kopf.
Zukunft der Mobilität in Bremen
Der Technische Vorstand der BSAG, Thorsten Harder, fiebert den kommenden Jahren gespannt entgegen: „Der Elektromobilität gehört die Zukunft – und wir gestalten diese spannende Transformation mit. Als Ingenieur bin ich begeistert, in diesen Zeiten der überragenden technischen Entwicklungen unser Unternehmen mitgestalten zu können. In 25 Jahren werden wir Elektromobilität, vollautomatischen Betrieb und künstliche Intelligenz als alltäglich erleben.“
Mehr Flexibilität mit Bre.Bike
Zum Jubiläum profitieren auch die Fahrgäste: Seit Mitte April können Abo-Kunden die Fahrräder von Bre.Bike die ersten 20 Minuten jeder Fahrt kostenfrei nutzen – und das mehrfach am Tag sowie in vielen Städten bundesweit. Weitere Informationen zum Jubiläumsjahr und zur großen Parade finden sich online unter www.bsag.de/unternehmen/150-jahre-bsag.



