170 Millionen Euro für Sachsens Autobahnen: Baustellen und Lückenschlüsse bis 2027
170 Mio. Euro für Sachsens Autobahnen: Baustellen bis 2027

Massive Investitionen in Sachsens Autobahnen: 170 Millionen Euro für Erhalt und Ausbau

Hohes Verkehrsaufkommen und altersschwache Fahrbahnen führen zu einem erheblichen Investitionsbedarf auf Sachsens Autobahnen. Der Bund investiert im laufenden Jahr insgesamt 170 Millionen Euro in Erhalt und Ausbau der Verkehrswege. „Das ist ein Betrag, der nicht jedes Jahr zur Verfügung steht“, betonte Christian Milster, Leiter der Außenstelle Dresden der Autobahn GmbH des Bundes. Damit steigt das Investitionsvolumen deutlich an – in den vergangenen beiden Jahren standen jeweils nur rund 130 Millionen Euro zur Verfügung.

Baustellenschwerpunkte und langfristige Sanierungsbedarfe

Die Autobahn A4 rund um Chemnitz stellt im Jahr 2026 laut Autobahn GmbH den Baustellenschwerpunkt dar. Weitere Schwerpunkte der Baumaßnahmen liegen auf der A4 in Ostsachsen sowie auf den Autobahnen A72 und A38 im Raum Leipzig. Ziel ist es, sämtliche Baumaßnahmen unter laufendem Verkehr abzuwickeln, um die Beeinträchtigungen für Autofahrer möglichst gering zu halten.

Christian Milster prognostiziert, dass der Investitionsbedarf auch künftig hoch bleiben wird. In den kommenden 10 bis 15 Jahren werde es „keine ruhigen Jahre“ geben, weil viele Strecken sanierungsbedürftig werden. Rund 1.000 Kilometer Fahrbahn und etwa 1.000 Brückenbauwerke liegen im Verantwortungsbereich der Außenstelle Dresden, viele davon nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer.

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Lückenschluss der A72 bis Ende 2027 in Aussicht

Den von vielen Pendlern sehnsüchtig erwarteten Lückenschluss der A72 zwischen Chemnitz und Leipzig stellt Fachbereichsleiterin Annette Möbius für Ende 2027 in Aussicht. Auf dem letzten im Bau befindlichen Teilstück zwischen Rötha und dem Autobahnkreuz Leipzig wird in diesem Jahr vor allem die Fahrbahn in Richtung Leipzig fertiggestellt. Dabei wird die bisherige Betonfahrbahn durch sogenannten offenporigen Asphalt – umgangssprachlich auch „Flüsterasphalt“ genannt – ersetzt. Ab Oktober beginnen die Arbeiten in der Gegenrichtung.

Ursprünglich war eine Fertigstellung bis Ende des Jahres geplant, doch der schwierige Untergrund des ehemaligen Braunkohletagebaus hat den Bau erschwert. „Das wird auch messtechnisch nachvollzogen“, erklärte Möbius, „weil wir nicht wissen, was in diesem Kippenboden alles drinsteckt und wie dieser sich im Detail verhalten wird.“ Immer wieder waren Ruhephasen nötig, damit sich der Boden unter Last verformen kann.

Brückensanierungen und Risikoüberwachung

Gegen Ende des Jahres kommt der Verkehr kurzzeitig auf der A14 bei Grimma zum Erliegen, wenn die in die Jahre gekommene Muldebrücke gesprengt wird. Anschließend läuft der Verkehr über eine daneben gebaute Behelfsbrücke vierspurig weiter. Ziel ist ein fertiger Brückenneubau bis Anfang 2029.

Seit dem Teileinsturz der mittlerweile abgerissenen Carolabrücke in Dresden sorgt der verwendete Hennigsdorfer Spannstahl für besondere Aufmerksamkeit. Insgesamt elf Spannbetonbrücken ähnlicher Bauart gibt es im Bereich der Dresdner Außenstelle, die allesamt streng überwacht werden. Bei einer Brücke über die A14 zwischen Mutzschen und Grimma wurden im Rahmen einer Sonderprüfung zunehmend Risse festgestellt. Dieses Bauwerk, das die Ortschaften Grottewitz und Würschwitz verbindet, soll im Sommer in einem verkehrsarmen Zeitraum abgerissen werden – auch hierfür wird eine Vollsperrung notwendig sein.

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