Bundesstraße 192 bei Waren steht erneut vor umfangreichen Bauarbeiten
Pendler und Reisende im Raum Waren (Müritz) müssen sich erneut auf erhebliche Verkehrseinschränkungen einstellen. Die Bundesstraße 192 zwischen Waren und Neubrandenburg wird im kommenden Frühjahr zur Baustelle. Konkret ist eine mehrwöchige Vollsperrung auf dem Abschnitt vom Ortsausgang Waren bis nach Neu Schloen geplant, um die Fahrbahn grundlegend zu erneuern. Damit setzt sich eine Serie von Bauarbeiten fort, die bereits in den Jahren 2024 und 2025 für Umleitungen und Behinderungen auf dieser wichtigen Verkehrsader der Mecklenburgischen Seenplatte sorgte.
Sechswöchige Vollsperrung mit Umleitungen über das regionale Straßennetz
Laut dem Bauprogramm des Straßenbauamtes Neustrelitz ist die Maßnahme für die Monate April und Mai eingeplant. Für rund 1,3 Millionen Euro soll die B192 auf dem betroffenen Teilstück eine neue Asphaltdeckschicht und Asphaltbinderschicht erhalten. Die Bauzeit wird auf etwa sechs Wochen veranschlagt. Während dieser Zeit wird die Straße voll gesperrt sein, zeitweise ist auch ein Bauen unter halbseitiger Verkehrsführung vorgesehen. Der Verkehr wird über das regionale Straßennetz umgeleitet.
Die genauen Starttermine der Bauarbeiten sowie der detaillierte Verlauf der Umleitung stehen allerdings noch nicht fest. Wie Pressesprecher Michael Friedrich vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock mitteilte, befindet sich die Baumaßnahme aktuell in der finalen Planungsphase. Sobald alle Informationen vorlägen, werde es eine offizielle Mitteilung an die Öffentlichkeit geben.
Verkehrsbelastung in Dörfern und rätselhafte Geschwindigkeitsbegrenzungen
Die anstehenden Arbeiten sind nicht die ersten auf dieser Strecke. Bereits in den Vorjahren sorgten Fahrbahnsanierungen zwischen Waren und Neubrandenburg für Sperrungen und Umleitungen. Im Jahr 2025 wurde zwischen Penzlin und Neubrandenburg gebaut, 2024 stand der Abschnitt zwischen Möllenhagen und Penzlin im Fokus. Dabei verlagerte sich der Verkehr teils auf Nebenstrecken, was zu zusätzlichen Belastungen in den angrenzenden Dörfern führte.
Ein besonderes Rätsel geben nun jedoch Verkehrsschilder auf, die kürzlich entlang der B192 bei Möllenhagen aufgestellt wurden. An mehreren Stellen weisen sie auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 70 bei Nässe hin. Das ist insofern bemerkenswert, als der Asphalt auf diesem Abschnitt erst vor knapp zwei Jahren umfassend saniert wurde.
Griffigkeitsdefizite trotz frischer Sanierung: Landesamt prüft Regressansprüche
Pressesprecher Michael Friedrich erklärt die ungewöhnliche Maßnahme: „Im Streckenabschnitt zwischen Möllenhagen und Penzlin haben wir festgestellt, dass die Griffigkeit der Fahrbahn bei Nässe Defizite aufweist, sofern die Höchstgeschwindigkeit über 70 km/h liegt.“ Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, seien daher die entsprechenden Schilder aufgestellt worden.
Die Tatsache, dass auf einer erst kürzlich erneuerten Straße bereits nach so kurzer Zeit Qualitätseinbußen festgestellt werden müssen, wirft Fragen auf und zieht weiteren Klärungsbedarf nach sich. „Wir überprüfen den Zustand der Straße regelmäßig. Ebenso prüfen wir, ob mögliche Regressansprüche geltend gemacht werden können“, so Friedrich. Es wird also untersucht, ob Ansprüche gegenüber den ausführenden Firmen bestehen könnten.
Für die Autofahrer bedeutet dies zunächst einmal: Auf der B192 bei Waren ist auch in diesem Frühjahr mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Gleichzeitig müssen sie sich auf einem frisch sanierten Teilstück an eine unerwartete Geschwindigkeitsbegrenzung bei Nässe halten – ein Zustand, der vom zuständigen Landesamt nun näher unter die Lupe genommen wird.



