Ein Zwischenfall auf der Bahnstrecke zwischen Dessau-Roßlau und Wittenberg hat am Dienstag, 12. Mai, zu erheblichen Behinderungen im Zugverkehr geführt. Wie die Bundespolizei am Mittwoch mitteilte, war ein Bagger bei Bauarbeiten in der Nähe von Coswig in ein Tragseil der Oberleitung geraten und hatte dieses beschädigt. Die Folge: Ein herannahender Güterzug konnte trotz Schnellbremsung nicht mehr rechtzeitig stoppen und kollidierte mit der herabhängenden Oberleitung.
Kollision trotz Schnellbremsung
Die Bundespolizeiinspektion Magdeburg wurde am Dienstag um 8.52 Uhr von der Notfallleitstelle der Deutschen Bahn über den Oberleitungsschaden informiert. Eine Streife des Bundespolizeireviers Dessau begab sich umgehend zum Ereignisort bei Coswig. Nach ersten Ermittlungen hatte ein Bagger während der Bauarbeiten ein Tragseil der Oberleitung beschädigt, wodurch ein Isolator in den Fahrweg herabhing. Der Lokführer des Güterzugs leitete zwar eine Schnellbremsung ein, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht mehr verhindern. Dabei wurden die Frontscheibe sowie der Stromabnehmer des Zuges beschädigt. Der Zug war daraufhin nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.
Keine Verletzten, aber massive Verspätungen
Glücklicherweise wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Auch der Bagger blieb unbeschädigt. Die Auswirkungen auf den Bahnverkehr waren jedoch erheblich: Insgesamt waren 27 Züge betroffen, die zusammen 1.340 Minuten Verspätung aufwiesen. Die Strecke zwischen Dessau und Wittenberg musste für die Dauer der Reparaturarbeiten vollständig gesperrt werden. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Die genauen Umstände des Unfalls werden nun untersucht.



