Die Deutsche Bahn (DB) will die Preise für ICE-Tickets im Fernverkehr für ein weiteres Jahr nicht erhöhen. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte in der „Bild am Sonntag“ an, dass ab 1. Mai 2026 die Fahrpreise für ICE, Intercity und Eurocity zwölf Monate lang stabil bleiben. Bereits im Dezember 2025 war die übliche jährliche Preiserhöhung ausgefallen. Damit entgehen den Kunden zwei aufeinanderfolgende Anhebungen.
Hintergrund: Neustart bei der Bahn
Palla hatte vor einem halben Jahr einen Neustart bei dem Staatskonzern angekündigt. „Neustart bei der Deutschen Bahn heißt mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen“, sagte die Vorstandsvorsitzende. Die oberste Priorität sei jetzt: „Fahren, Fahren, Fahren und dafür sorgen, dass die Menschen in Deutschland sich das Reisen weiter leisten können.“ Die Bahn steht wegen zahlreicher Zugverspätungen seit langem in der Kritik.
Bisherige Preisentwicklung im Fernverkehr
In den vergangenen Jahren hatte die DB die Preise im Fernverkehr regelmäßig zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember angehoben. Begründet wurde dies vor allem mit gestiegenen Personal- und Energiekosten. Zuletzt waren Ende 2024 die sogenannten Flexpreise durchschnittlich um 5,9 Prozent erhöht worden. Der Fernverkehr wird von der Bahn auf eigene Rechnung betrieben, während die Preise für Regionalzüge meist von den Verkehrsverbünden festgelegt werden.
Preisanstiege im Regionalverkehr
Anders sieht es im Regionalverkehr aus: Viele Verkehrsverbünde haben zum Jahreswechsel die Preise für Einzel-, Mehrfahrten- und Zeitkarten deutlich angehoben. Eine Auswertung der Nachrichtenagentur dpa zeigt:
- Berlin-Brandenburg (VBB): Die Preise stiegen ab Januar im Schnitt um sechs Prozent. Eine Einzelfahrt innerhalb des S-Bahn-Rings kostet nun erstmals vier Euro – 20 Cent mehr als zuvor.
- Rhein-Ruhr (VRR): In Nordrhein-Westfalen wurde eine Erhöhung von durchschnittlich knapp fünf Prozent beschlossen.
- Bremen/Niedersachsen: Hier fiel die Steigerung mit plus 5,1 Prozent ähnlich hoch aus.
- München: Bus- und Bahnfahren wurde im Schnitt um knapp vier Prozent teurer. Die Einzelfahrt in den zentralen Zonen M und 1 kostet nun 4,20 Euro (plus 10 Cent), die Streifenkarte 18,70 Euro (plus 90 Cent).
Deutschlandticket wird teurer
Auch das bundesweit gültige Deutschlandticket für den Nah- und Regionalverkehr wurde teurer. Bund und Länder haben den Preis zuletzt auf 63 Euro erhöht. Künftig sollen weitere Preissteigerungen nicht mehr politisch entschieden, sondern anhand eines neuen Preisindex berechnet werden.



