50 % weniger Umsatz: Pendler und Läden unter Dauerstress an Münchner U-Bahn
Dauersperrung: Pendler und Läden in München genervt

Monatelange Sperrung der U-Bahnhöfe Goetheplatz und Poccistraße

Seit Montag sind die U-Bahn-Stationen Goetheplatz und Poccistraße in München komplett gesperrt. Grund sind umfassende Sanierungsarbeiten, die in drei Phasen bis Anfang August 2027 dauern. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die erste Bauphase läuft bis zum 18. September, unterbrochen von einer Pause während der Wiesn und vor Weihnachten.

Ersatzbusse und Gedränge: Pendler unter Druck

Bereits am ersten Tag zeigte sich, wie angespannt die Situation ist. Ein Busfahrer musste Fahrgäste regelrecht in den überfüllten Bus drücken, damit die Türen schließen konnten. Die Ersatzbuslinie U6 fährt zwischen Implerstraße, Poccistraße, Goetheplatz und Sendlinger Tor. Die Linie X6 verbindet Implerstraße mit dem Hauptbahnhof Süd. Viele Pendler zeigten sich genervt. Ingrid Sättler, eine 86-jährige Rentnerin, kritisierte die lange Dauer der Arbeiten: „Bevor was runterfällt, muss es repariert werden. Aber dass es so lang dauert, ist Wahnsinn.“ Benjamin Schlotter berichtete, dass am Morgen nicht alle Fahrgäste in den Bus passten. Er ist verärgert über die Häufung von Sperrungen: „Es ist schon die dritte oder vierte Sperrung in den letzten Jahren.“

Geschäfte leiden unter Kundenrückgang

Besonders hart trifft die Sperrung die Geschäfte in der Nähe der Stationen. Kiriakos, Betreiber eines Kiosks an der Poccistraße, rechnet mit massiven Umsatzeinbußen. „Das sind mindestens 50 Prozent weniger Umsatz“, sagt er. Auch das Nuovo Caffè Greco am Goetheplatz spürt den Rückgang. Mitarbeiterin Judith Sommer schätzt den Verlust auf mindestens ein Viertel des Umsatzes. Sie zeigt jedoch Verständnis: „Der Goetheplatz ist eine der ältesten U-Bahnstationen, die Sanierung ist notwendig.“

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Touristen und Geschäftsleute betroffen

Nicht nur Pendler, sondern auch Touristen und Geschäftsleute sind von der Sperrung betroffen. Ein Ehepaar aus Rostock, das wegen der Meisterfeier des FC Bayern in München war, stand planlos vor der gesperrten Station. Die MVG hofft, dass sich die Situation nach der ersten Phase entspannt, doch bis dahin müssen Fahrgäste und Anwohner mit den Einschränkungen leben.

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