In der halleschen SWH-Arena teilen sich drei Bundesligisten die Spielstätte: die Basketballer des MBC, die Volleyballer der Volley Goats und die Volleyballerinnen der Wildcats. Jede Mannschaft benötigt einen eigenen Bodenbelag, was die Vorbereitungen für Spieltage enorm aufwendig macht. Dieser Zustand soll sich Ende 2027 ändern, wenn ein Umbau der Halle abgeschlossen sein soll. Doch nicht alle Beteiligten freuen sich über die geplanten Veränderungen.
Der aufwendige Aufbau der Spielfelder
Die Vorbereitungen für ein Heimspiel der Wildcats vom SV Union Halle-Neustadt beginnen bereits am Abend vor dem Spieltag. Dann werden rund 100 Kilogramm schwere Rollen mit dem speziellen Volleyballboden ausgerollt. Dieser Vorgang ist körperlich anstrengend und erfordert mehrere Helfer. Auch die anderen Vereine müssen vor ihren Partien den entsprechenden Boden verlegen lassen. Der Basketballboden des MBC ist ebenfalls schwer und muss passgenau verlegt werden. Die Volley Goats nutzen einen weiteren Spezialboden. Die Logistik dahinter ist komplex und zeitintensiv.
Strafzahlungen für die Wildcats
Die Wildcats vom SV Union Halle-Neustadt zahlen derzeit pro Spiel eine Strafe von 7.500 Euro – ohne dass ihre Spielerinnen auf dem Feld etwas falsch gemacht hätten. Grund dafür ist, dass die SWH-Arena für die 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen 300 Zuschauerplätze zu wenig hat. Die Auflagen des Deutschen Volleyball-Verbandes sehen eine Mindestkapazität vor, die die Halle nicht erfüllt. Diese Strafzahlungen belasten den Verein finanziell und sind ein zusätzlicher Anreiz für den Umbau.
Die geplante Lösung: Umbau bis Ende 2027
Bis Ende 2027 soll die SWH-Arena umgebaut werden. Geplant ist, die Kapazität zu erweitern und die Infrastruktur zu verbessern. Unter anderem soll ein neuer Bodenbelag installiert werden, der für alle drei Sportarten geeignet ist. Das würde den aufwendigen Wechsel der Böden überflüssig machen. Zudem sollen die Zuschauerkapazitäten erhöht werden, um den Anforderungen der Ligen zu genügen. Die Stadt Halle und die Betreiber der Arena erhoffen sich dadurch eine Entlastung der Vereine und eine Steigerung der Attraktivität der Spielstätte.
Nicht alle sind begeistert
Trotz der offensichtlichen Vorteile gibt es auch Kritik an den Plänen. Einige Vereine befürchten, dass der Umbau zu höheren Mietkosten führen könnte. Zudem sind die genauen Baupläne noch nicht abschließend geklärt. Die Wildcats hoffen, dass die Strafzahlungen nach dem Umbau der Vergangenheit angehören. Der MBC und die Volley Goats sehen den Umbau ebenfalls als Chance, aber auch als Herausforderung für die Finanzierung. Die Diskussionen über die genaue Ausgestaltung des Umbaus laufen noch.
Die SWH-Arena ist ein Beispiel für die Herausforderungen, die sich ergeben, wenn mehrere Profisportarten eine Halle teilen. Der Umbau soll Abhilfe schaffen, doch bis dahin müssen die Vereine weiterhin mit den Widrigkeiten des Mehrfachnutzens leben.



