EU will Zugreisen mit einem Ticket quer durch Europa erleichtern
EU plant einheitliches Ticket für Zugreisen in Europa

EU-Kommission will Zugreisen in Europa vereinfachen

Die Europäische Kommission hat einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der grenzüberschreitende Zugreisen innerhalb der EU deutlich komfortabler gestalten soll. Kernpunkte sind die Einführung eines einzigen Tickets für die gesamte Reise sowie eine europaweite Entschädigungsregelung bei verpassten Anschlüssen. Bislang sind Fahrten durch mehrere Länder oft kompliziert, da Reisende separate Fahrkarten von verschiedenen Anbietern benötigen. Bei Verspätungen oder verpassten Verbindungen gab es bisher keine klaren Regelungen zur Unterstützung oder Entschädigung.

Ein Ticket für ganz Europa

Nach den Vorstellungen der EU-Kommission sollen große Bahnunternehmen wie die Deutsche Bahn verpflichtet werden, auch Fahrkarten von Konkurrenten aus anderen EU-Ländern zu verkaufen. Zudem sollen die Betreiber ihre Fahrpläne, Verspätungsdaten und Preise mit anderen Anbietern teilen. Dies würde es sowohl den großen Bahnkonzernen als auch unabhängigen Plattformen ermöglichen, Reisen quer durch Europa mit einer einzigen Fahrkarte anzubieten. Bisher scheitern solche Angebote oft an der fehlenden Datenweitergabe.

Bahnunternehmen wehren sich

Die Pläne stoßen bei den großen Bahnbetreibern auf Widerstand. Der Verband europäischer Bahnbetreiber, angeführt von Albert Mazzola, kritisiert die Vorschläge scharf. „Es gibt keinen anderen Fall, in dem jemand verpflichtet wird, das Produkt der Konkurrenz zu verkaufen“, so Mazzola gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Besonders Unternehmen in staatlicher Hand wie die Deutsche Bahn, die französische SNCF, die spanische Renfe oder die italienische Trenitalia dürften versuchen, ihre Regierungen zu beeinflussen, um die Vorschläge abzuschwächen.

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Entschädigung bei Verspätungen

Ein weiterer wichtiger Punkt des Vorschlags ist die verbesserte Fahrgastrechte: Bei verpassten Anschlüssen sollen Passagiere künftig den nächsten Zug nutzen oder eine vollständige Erstattung des Fahrpreises verlangen können. Bei langen Verspätungen ist eine Entschädigung vorgesehen. Die Kosten soll der Betreiber tragen, der die Probleme verursacht hat. Bisher waren Reisende bei mehreren Fahrkarten verschiedener Anbieter oft auf sich allein gestellt.

Nächste Schritte

Der Gesetzesvorschlag geht nun in die Verhandlungen im Europäischen Parlament und im Rat der 27 EU-Länder. Die Beratungen werden voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Beobachter rechnen mit intensiven Diskussionen, da die Bahnkonzerne Druck auf die nationalen Regierungen ausüben dürften. Die EU-Kommission hofft, dass die Reform den Schienenverkehr in Europa attraktiver macht und eine echte Alternative zum Flugverkehr bietet.

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