Fahrradmonitor: Soziale Schere bei Kindern im Straßenverkehr
Fahrradmonitor: Soziale Schere bei Kindern

Erstmals sind für die Studie „Fahrradmonitor“ Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren befragt worden. Die Ergebnisse zeigen eine wachsende Kluft: „Bei Kindern ist Fahrradfahren eine soziale Frage. Die Schere geht weiter auf“, sagt die leitende Forscherin. Im Interview erläutert sie, was sich die jungen Verkehrsteilnehmer wünschen und warum die Verkehrserziehung stark vom Verhalten der Eltern abhängt.

Die Studie im Überblick

Der Fahrradmonitor untersucht regelmäßig das Mobilitätsverhalten der Deutschen. Diesmal standen erstmals auch Kinder im Fokus. Die Forscher wollten wissen, wie oft und wo Kinder Fahrrad fahren, welche Hindernisse sie erleben und welche Wünsche sie haben. Besonders auffällig: Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten sind seltener mit dem Rad unterwegs und fühlen sich im Verkehr unsicherer.

Soziale Ungleichheit beim Radfahren

„Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen haben seltener ein eigenes Fahrrad und weniger Gelegenheiten, sicher Radfahren zu lernen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Zudem fehle es in manchen Stadtteilen an sicheren Radwegen. Die Folge: Diese Kinder bewegen sich weniger selbstständig fort und sind häufiger auf das Auto der Eltern angewiesen. Die Forscherin betont: „Fahrradfahren ist nicht nur eine Frage der Bewegung, sondern auch der Teilhabe.“

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Wünsche der Kinder

Die befragten Kinder äußerten klare Vorstellungen: Sie wünschen sich mehr verkehrsberuhigte Zonen, breitere Radwege und weniger Autoverkehr in Wohngebieten. Viele fühlen sich durch zugeparkte Gehwege und rücksichtslose Autofahrer gefährdet. „Kinder wollen eigenständig mobil sein, aber die Umgebung muss dafür sicher sein“, so die Forscherin.

Rolle der Eltern

Die Verkehrserziehung beginnt zu Hause. Eltern sind Vorbilder: Wer selbst oft Rad fährt und Verkehrsregeln beachtet, gibt das an die Kinder weiter. Doch nicht alle Eltern haben die Zeit oder das Wissen, um ihren Kindern sicheres Fahrradfahren beizubringen. „Viele Eltern fahren selbst unsicher oder haben Angst vor dem Verkehr“, sagt die Expertin. Sie fordert mehr Unterstützung durch Kitas und Schulen, etwa durch Fahrradtrainings und Verkehrsprojekte.

Forderungen an die Politik

Die Forscherin appelliert an die Kommunen, die Infrastruktur für Kinder zu verbessern. Dazu gehören nicht nur Radwege, sondern auch sichere Schulwege und Tempo-30-Zonen in Wohngebieten. „Investitionen in die Fahrradinfrastruktur sind Investitionen in die Selbstständigkeit und Gesundheit unserer Kinder“, unterstreicht sie. Der Fahrradmonitor liefere dafür die nötigen Daten, nun sei die Politik am Zug.

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