Falschfahrer auf zwei Rädern: Polizei kontrolliert Radfahrer in Schwerin
Falschfahrer auf zwei Rädern: Polizei kontrolliert Radfahrer

Am bundesweiten Aktionstag „sicher.mobil.leben“ führte die Schweriner Polizei eine gezielte Kontrolle von Radfahrern durch. Im Fokus stand die Einhaltung der Verkehrsregeln, insbesondere das Fahren auf der richtigen Straßenseite. Hintergrund ist die gestiegene Unfallzahl mit Fahrradfahrern in Mecklenburg-Vorpommern.

Kontrolle am Obotritenring

Die Polizeioberkommissare Anne Cremer und Jonny Behm überprüften am Obotritenring, an der Einfahrt zur Güterbahnhofstraße, Radfahrer. Ein Senior, der regelmäßig diese Strecke nutzt, wurde für sein vorbildliches Verhalten gelobt: Er fuhr auf der rechten Seite, hielt an der Kreuzung bei Grün und sein Fahrrad war in einwandfreiem Zustand. Doch nicht alle Radler zeigten sich so regelkonform.

14 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet

Insgesamt leiteten die Beamten 14 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Der Grund: Die Radfahrer benutzten den Radweg auf der falschen Straßenseite. Dieses Vergehen wird mit einem Bußgeld von 20 Euro geahndet. Polizeisprecherin Juliane Zgonine betont die Gefahr: „Wer auf der verkehrten Seite fährt, wird von Kraftfahrern leichter übersehen und geht ein erhöhtes Unfallrisiko ein.“ So ereignete sich erst kürzlich in der viel befahrenen Werderstraße ein Zusammenstoß, bei dem ein falsch fahrender Radfahrer mit einem Auto kollidierte, das aus einer Nebenstraße auf die Hauptstraße einbiegen wollte.

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Vorfahrtsverstöße als Unfallursache

Ein weiteres Problem sind Vorfahrtsverstöße. In der Mecklenburgstraße in der Schweriner City kam es zu einem Unfall, bei dem eine Radfahrerin, die aus Richtung Pfaffenteich kam, mit einer Radlerin zusammenstieß, die von der Helenenstraße in die Mecklenburgstraße einbog. In diesem Bereich gilt rechts vor links. Zudem wird in der innerstädtischen Fußgängerzone ab 1. Mai wieder ein sommerliches Fahrverbot für Radfahrer zwischen 10 und 18 Uhr verhängt.

Unfallstatistik für Schwerin

Im vergangenen Jahr gab es in Schwerin drei Verkehrstote, darunter zwei Fußgänger und ein Radfahrer. Polizeichef Mattes Pienkoß erklärt, dass Radfahrer und Fußgänger das größte Verletzungsrisiko tragen. Von den 353 Personen, die sich 2025 bei Unfällen in der Landeshauptstadt verletzten, waren 142 mit dem Rad unterwegs – ein Anteil von 40 Prozent. Die Fußgänger lagen mit 41 Verletzten bei zwölf Prozent.

Anstieg der Unfälle mit Radfahrern in MV

Landesweit stieg die Zahl der Unfälle mit verunglückten Radfahrern (inklusive Pedelec-Nutzer) im Vergleich zu 2024 um sieben Prozent. Auch bei Motorradfahrern gab es einen Anstieg um 4,7 Prozent. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von Unfällen mit E-Scootern und anderen Elektrokleinstfahrzeugen um 37 Prozent, vor allem im städtischen Bereich. Innenminister Christian Pegel (SPD) mahnt: „Wer zu Fuß, auf dem Rad, dem Pedelec oder mit dem E-Scooter unterwegs ist, hat keinen Airbag. Diese Menschen tragen das höchste Risiko – und sie verdienen den höchsten Schutz.“

Weitere Verstöße und Strafen

Bei der Kontrolle am Obotritenring wurden nur Verstöße wegen Falschfahrens festgestellt. Grundsätzlich werden Radfahrer aber auch für Rotlicht- und Handyverstöße belangt. Ein Rotlichtverstoß mit Unfall kostet 120 Euro und einen Punkt in Flensburg, ein Handyverstoß 55 Euro. Autofahrer zahlen bei Rotlichtverstoß mit Unfall 240 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot; Handynutzung am Steuer kostet 100 Euro und einen Punkt.

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