Die geplante Vollsperrung der L 230 im Bereich der Sangerhäuser Kupferhütte sorgt in mehreren Ortsteilen von Sangerhausen für heftigen Unmut. Ortsbürgermeister warnen vor unzumutbaren Mehrkilometern, langen Fahrzeiten und hohen Zusatzkosten. Die Landesstraßenbaubehörde muss sich der Kritik stellen.
Hintergrund der Sperrung
Die Vollsperrung soll fünf Monate dauern und betrifft die Landesstraße 230, die an der Kupferhütte vorbeiführt. Grund sind Bauarbeiten, deren genauer Umfang noch nicht vollständig kommuniziert wurde. Die Sperrung beginnt voraussichtlich im Juli und wird bis November andauern. Bereits jetzt wird am Abzweig nach Wettelrode die Richtung nach Sangerhausen als gesperrt angezeigt, jedoch ist die Durchfahrt über die neue Fahrradstraße noch möglich. Ab Juli soll auch diese Möglichkeit entfallen.
Kritik der Ortsbürgermeister
Die Ortsbürgermeister der betroffenen Ortsteile äußern sich deutlich: Die Umleitung sei nicht nachvollziehbar und führe zu erheblichen Beeinträchtigungen. Pendler und Anwohner müssten mit Mehrkilometern von bis zu 15 Kilometern pro Strecke rechnen, was täglich zu zusätzlichen Fahrzeiten von 20 bis 30 Minuten führe. Besonders betroffen sind die nördlich und westlich gelegenen Ortsteile, die auf die L 230 angewiesen sind. Die Mehrkosten für Sprit und Zeit seien für viele Bürger nicht zumutbar.
Ein Ortsbürgermeister betont: „Die geplante Umleitung ist eine Zumutung. Wir fordern eine bessere Planung und alternative Routen, die die Belastung für die Anwohner reduzieren.“ Die Kritik richtet sich auch gegen die mangelnde Information der Behörden. Viele Bürger fühlten sich überrascht und unzureichend über die Dauer und die genauen Auswirkungen informiert.
Reaktion der Landesstraßenbaubehörde
Die Landesstraßenbaubehörde zeigt sich verständnisvoll für die Kritik, verteidigt aber die Notwendigkeit der Sperrung. Ein Sprecher erklärt: „Die Bauarbeiten an der Kupferhütte sind unumgänglich, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Straße langfristig zu gewährleisten. Wir haben die Umleitung so geplant, dass die Beeinträchtigungen so gering wie möglich ausfallen.“ Die Behörde verweist auf die Prüfung alternierender Verkehrsführungen, die jedoch aus technischen Gründen nicht umsetzbar gewesen seien.
Die Behörde kündigt an, die betroffenen Gemeinden und Bürger regelmäßig über den Fortschritt der Arbeiten zu informieren. Zudem sollen zusätzliche Hinweisschilder aufgestellt werden, um die Umleitung klarer zu kennzeichnen. Ob die Kritik zu einer Anpassung der Planung führt, bleibt abzuwarten. Die Ortsbürgermeister fordern zumindest eine Verkürzung der Sperrzeit oder die Einrichtung einer provisorischen Behelfsfahrbahn.
Auswirkungen auf den Alltag
Die Vollsperrung hat weitreichende Folgen für die betroffenen Ortsteile. Neben Pendlern sind auch der Lieferverkehr und die Landwirtschaft betroffen. Landwirte befürchten längere Anfahrtswege zu ihren Feldern und höhere Kosten. Auch der Schulbusverkehr muss umgeleitet werden, was längere Fahrzeiten für Schüler bedeutet. Die Gemeinden fordern daher eine finanzielle Entschädigung für die zusätzlichen Belastungen.
Die Diskussion zeigt, wie schwierig es ist, notwendige Bauarbeiten mit den Interessen der Anwohner in Einklang zu bringen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Behörden auf die Kritik reagieren und die Planung anpassen. Bis dahin müssen die Bürger mit den Einschränkungen leben.



