Frostwinter verursacht massive Straßenschäden in Schleswig-Holstein
Der vergangene Winter hat den Straßen in Schleswig-Holstein schwer zugesetzt und tiefe Schlaglöcher hinterlassen. Die Schäden haben sich im Vergleich zu milderen Wintern verdoppelt, was zu erheblichen finanziellen Belastungen führt.
Verdoppelte Reparaturkosten durch Frost-Tau-Wechsel
Nach einem Besuch der Straßenmeisterei in Flensburg berichtete Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU): „Normalerweise stecken wir jährlich rund fünf Millionen Euro in die laufende Unterhaltung, in diesem Jahr werden es absehbar rund elf Millionen Euro werden.“ Verantwortlich dafür seien die vergangenen Winterwochen mit ihrem ständigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter.
Schnee und Tauwasser dringen in Risse ein, das gefrierende Wasser sprengt kleine Teile des Asphalts ab – die so entstehenden Schlaglöcher werden durch den Verkehr immer größer. Dieser Prozess hat sich in diesem Winter besonders intensiv vollzogen.
22 Straßenmeistereien im Dauereinsatz
Die 22 Straßenmeistereien im Land sind bereits seit Wochen damit beschäftigt, die größten Schlaglöcher provisorisch zu flicken. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) betreut ein Netz von rund 7700 Kilometern – darunter Landes-, Bundes- und Kreisstraßen.
LBV-Direktor Frank Quirmbach rechnet vor: Während der Landesbetrieb in normalen Jahren etwa fünf Millionen Euro in die Unterhaltung des gesamten Streckennetzes investiert, sind in diesem Jahr zusätzlich rund eine Million Euro für Schnell-Reparaturen notwendig. Dazu kommen voraussichtlich fünf Millionen Euro allein für die Schlaglochsanierung der Landesstraßen.
„Hinzu kommen knapp drei Millionen Euro für die Bundesstraßen und etwa zwei Millionen Euro für die von uns betreuten Kreisstraßen“, erklärt Quirmbach die Kostenzusammensetzung.
Sanierungsstau verschärft sich weiter
Seit Jahren kämpfen Landesregierungen verschiedener Parteien gegen den Sanierungsstau an den Straßen. Wechselhafte Winter verschärfen die Lage zusätzlich, wie Minister Madsen betont. Die Antwort des CDU-Politikers lautet: kontinuierliche Investitionen.
„Wir sind also gut beraten, unsere planmäßigen Investitionen von jährlich rund 95 Millionen Euro für unser Landesstraßen- und Radwegenetz weiterhin auf diesem Niveau zu halten“, so der Minister. Dazu kommen Bundesmittel aus dem schuldenfinanzierten Sondervermögen für den Straßenbau.
271 Millionen Euro für Bau- und Sanierungsprojekte
Insgesamt sind in diesem Jahr Bau- und Sanierungsprojekte im Umfang von 271 Millionen Euro aus dem Sondervermögen geplant. Die Autobahn GmbH des Bundes investiert weitere mehr als 200 Millionen Euro.
Madsen verspricht: „Viele Schlaglochpisten werden also im Zuge des umfassenden Bauprogramms in diesem Jahr gleich mit beseitigt.“ Dennoch warnt der Minister: „Autofahrerinnen und Autofahrer werden also weiterhin achtsam sein und viel Geduld aufbringen müssen.“
Die provisorischen Reparaturen der Straßenmeistereien können nur eine Übergangslösung darstellen, bis die umfassenden Sanierungsarbeiten beginnen können. Der Frostwinter hat damit nicht nur die Straßen, sondern auch die Haushaltsplanung des Landes nachhaltig beeinflusst.



