Es ist noch früh am Morgen, wenn die ersten Autos vor der Störbrücke abbremsen, zögernd, fast routiniert. Ein kurzer Blick auf die Absperrung – und dann das Wenden. In Plate gehört dieses Bild bald wieder zum Alltag. Ende April wird die wichtige Verbindung erneut gekappt.
Hydraulikarbeiten legen Plater Hubbrücke zeitweise still
Vom 28. April ab 7 Uhr bis voraussichtlich zum Abend des 29. April bleibt die Hubbrücke im Ortsteil Plate vollständig gesperrt. Grund sind Arbeiten an der Hydraulik, also genau an dem technischen Herzstück, das die Brücke hebt und senkt. Ohne diese Eingriffe läuft hier nichts mehr.
Umleitung über Banzkow, Fußgänger passieren teils weiter
Für Autofahrer bedeutet das: Umwege in Kauf nehmen. Eine Umleitung über Banzkow ist ausgeschildert. Immerhin gibt es für einige zumindest eine kleine Erleichterung: Fußgänger sollen die Brücke voraussichtlich weiterhin passieren können. Auch der morgendliche Schulbusverkehr bleibt am ersten Tag gesichert, denn eine Brückenöffnung ist am 28. April nicht vor 8.30 Uhr vorgesehen. Im Laufe des Tages wird die Konstruktion bei Bedarf abgesenkt, damit etwa Menschen mit Rollator die Passage nutzen können. Allerdings ist eine kleine Wartezeit einzuplanen, heißt es von den Verantwortlichen.
Dass die Brücke erneut gesperrt werden muss, kommt für viele nicht überraschend. Bereits im vergangenen Mai war die Verbindung für mehrere Tage dicht. Schon damals standen Arbeiten an den Anlagenteilen zur Brückenhebung an: ein komplexes Zusammenspiel aus Technik, Timing und Sicherheitsanforderungen.
Brücke als Lebensader für Wasserweg und Kreisstraße
Die Bedeutung der Störnbrücke reicht dabei weit über den Ort hinaus. Unter ihr verläuft eine Bundeswasserstraße, die für den Tourismus eine wichtige Rolle spielt. Boote und Ausflugsschiffe sind auf funktionierende Technik angewiesen, damit sie passieren können. Gleichzeitig führt über die Brücke eine Kreisstraße, die Plate mit dem Umland verbindet; eine Lebensader für Pendler, Anwohner und Lieferverkehr.
Noch entscheidender ist jedoch ein anderer Aspekt: Für Rettungskräfte aus Schwerin und in Richtung Land ist die Verbindung ein zentraler Einsatzweg. Jede Sperrung muss daher genau abgestimmt werden, jeder Handgriff sitzen. „Diese großen Anstrengungen werden unternommen, um die technischen Herausforderungen der Elektro-Hydraulik mit den Wünschen aller Nutzer zu kombinieren“, hatte Fachbereichsleiter Schifffahrt, Helko Fröhner, bereits in der Vergangenheit erklärt.
Für die Menschen in Plate heißt das einmal mehr: Geduld haben, Umwege fahren und darauf hoffen, dass die Technik bald wieder zuverlässig ihren Dienst tut und eben nicht, wie in der Vergangenheit, wieder mehrfach Probleme bereitet.



