Lufthansa-Pilotenstreik: Zwei Tage Flugchaos durch Gewerkschaft VC
Lufthansa-Pilotenstreik: Zwei Tage Flugchaos

Zweite Streikwelle bei Lufthansa: Piloten legen Arbeit nieder

Bei der Deutschen Lufthansa steht erneut ein umfangreicher Pilotenstreik bevor, der für erhebliche Flugausfälle und massive Beeinträchtigungen im Luftverkehr sorgen wird. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat mehr als 5.000 Beschäftigte der Lufthansa-Kerngesellschaft, der Frachttochter Lufthansa Cargo und erstmals auch der Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline zu einem 48-stündigen Arbeitskampf an diesem Donnerstag und Freitag (12. und 13. März) aufgerufen.

Ausnahmen für Nahost-Flüge und beteiligte Betriebe

Die VC hatte in der vergangenen Woche aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Luftraum über dem Nahen Osten von Streikmaßnahmen abgesehen. Diese Ausnahmeregelung bleibt bestehen: Flüge in den arabischen Raum werden nicht bestreikt. Konkret sind folgende Destinationen vom Arbeitskampf ausgenommen:

  • Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel
  • Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon
  • Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)

In den drei direkt betroffenen Flugbetrieben hatten sich die Piloten in Urabstimmungen klar für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen. Bei der Gesellschaft Eurowings läuft eine entsprechende Abstimmung erst am kommenden Montag (16. März) aus, weshalb sich die Eurowings-Beschäftigten an der aktuellen Streikaktion nicht beteiligen werden.

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Hintergrund: Betriebsrenten und verhärtete Fronten

Hintergrund des erneuten Arbeitskampfes sind laut Gewerkschaftsangaben ergebnislose Verhandlungen über die betriebliche Altersversorgung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. VC-Präsident Andreas Pinheiro betont, dass weiterhin kein substanzielles Angebot des Arbeitgebers vorliege. „Es hilft nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber nicht über echte Verbesserungen der Betriebsrente sprechen möchte“, so Pinheiro.

Arne Karstens, Sprecher der Tarifkommission, unterstreicht die Verhandlungsblockade: „Sieben Verhandlungsrunden, lange Bedenkzeiten und sogar ein vermittelndes Angebot – all das hat der Arbeitgeber verstreichen lassen. Jetzt reden wir erst weiter, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegt.“ Es handelt sich bereits um die zweite Streikwelle in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Bereits am 12. Februar hatten die Piloten für einen Tag die Arbeit niedergelegt, was zum Ausfall von mehr als 800 Flügen mit rund 100.000 Passagieren führte.

Besondere Situation bei Lufthansa Cityline

Erstmals von einem Pilotenstreik betroffen ist die Lufthansa Cityline, die für die Kerngesellschaft regionale Zubringerflüge durchführt. Die Gesellschaft betreibt 30 Jets und beschäftigt etwa 500 Pilotinnen und Piloten. Interessanterweise soll der Flugbetrieb der Cityline nach Konzernangaben im kommenden Jahr auslaufen. Ihre Verbindungen sollen dann auf die neue, fast namensgleiche Unternehmenstochter Lufthansa City Airlines übergehen.

Die Gewerkschaft VC betont, dass diese bevorstehende Schließung nichts mit den aktuellen Tarifverhandlungen zu tun habe. Die VC hat für die Jahre 2024, 2025 und 2026 Vergütungsanpassungen um jeweils 3,3 Prozent jährlich gefordert. Ein erstes Angebot der Lufthansa lehnte die Gewerkschaft ab, weil es eine Friedenspflicht bis Ende 2027 beinhaltete.

Management-Perspektive und Konzernstrategie

Die Lufthansa hatte nach dem letzten Streik bei der Kerngesellschaft kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen. Anschließend sollte mit Hilfe eines externen Moderators über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs gesprochen werden – ein Thema, das laut Vorstandschef Carsten Spohr die Karrierechancen der einzelnen Piloten wesentlich stärker berühre als das ohnehin auskömmliche Betriebsrentensystem.

Die VC reagierte zunächst ablehnend auf diesen neuen Vorstoß des Managements. Die Gewerkschaft kritisiert seit langem die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen bei den älteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen. In den aktuellen Verhandlungen konzentriert sich die VC aus rechtlichen Gründen jedoch ausschließlich auf Forderungen, die tarifvertraglich regelbar sind.

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Parallel laufen Gespräche mit der Kabinengewerkschaft Ufo zum Manteltarifvertrag, wie aus Konzernkreisen verlautet. Die Passagiere der Lufthansa müssen sich indes auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen – und das selbst im Jubiläumsjahr der Airline.