Lufthansa-Streik legt Betrieb lahm: Kabinenpersonal legt Flugverkehr still
Lufthansa-Streik: Kabinenpersonal legt Flugverkehr lahm

Lufthansa-Streik legt deutschen Flugverkehr lahm

Der Tarifstreit bei der Lufthansa eskaliert: Am Freitag trat das Kabinenpersonal der Fluggesellschaft in einen Streik, der den Betrieb der Airline weitgehend zum Erliegen bringt. Rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Ufo, die Arbeit niederzulegen. Die Folge sind massive Flugausfälle, die Tausende Reisende treffen – besonders zurückschlagend zum Ende der Osterreisewelle.

Hunderte Flüge gestrichen – Frankfurt und München stark betroffen

Bereits im Vorfeld des Streiks hatte die Lufthansa hunderte Flüge gestrichen, um die Auswirkungen zu minimieren. Dennoch zeigt sich das volle Ausmaß der Betriebsstörung: Am größten Lufthansa-Drehkreuz in Frankfurt am Main wurden von knapp 350 geplanten Abflügen etwa 75 Prozent abgesagt. Ähnlich dramatisch ist die Situation am Flughafen München, wo zahlreiche Starts und Landungen ausfallen. Auch an weiteren deutschen Flughäfen wie Berlin, Stuttgart oder Leipzig/Halle kommt es zu erheblichen Einschränkungen.

Die Streikmaßnahmen gelten offiziell nur für Starts in Deutschland. Allerdings fehlen in der Folge die Maschinen an ausländischen Zielen, sodass auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlaubern betroffen sind. Der Streik dauert bis 22 Uhr an und trifft damit Hunderte Abflüge.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hintergrund: Eskalation nach Warnstreik und Urabstimmung

Dem heutigen Streik waren ein Warnstreik und eine Urabstimmung vorausgegangen, bei der sich die Beschäftigten mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen hatten. Es handelt sich bereits um den dritten großen Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft in diesem Jahr, nachdem zuvor bereits zwei Runden mit Pilotenstreiks stattfanden.

Die Gewerkschaft Ufo will mit der Aktion Bewegung in mehrere festgefahrene Tarifkonflikte bringen. Konkret geht es um:

  • Die Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei der Lufthansa Kerngesellschaft
  • Die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Regionaltochter Lufthansa Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln

Nach Ufo-Angaben hängen an dem Sozialtarifvertrag bei der Cityline rund 800 Existenzen. Die Gewerkschaft kritisiert, dass das Unternehmen nicht zu konstruktiven Verhandlungen bereit sei.

Was betroffene Passagiere jetzt tun können

Für die zahlreichen betroffenen Reisenden hat die Lufthansa bereits Informationen bereitgestellt. Die Airline rät allen Passagieren, sich umfassend über ihren Flugstatus zu informieren. Konkret stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  1. Umbuchungen: Tickets können auf alternative Flüge umgebucht werden.
  2. Erstattungen: Bei nicht angetretenen Flügen besteht Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises.
  3. Entschädigungen: Bei Verspätungen von über drei Stunden haben Passagiere Anspruch auf finanzielle Entschädigung.
  4. Alternativer Transport: Die Airline muss für alternative Beförderung sorgen, wenn Flüge ausfallen.
  5. Verpflegung und Unterkunft: Bei längeren Wartezeiten übernimmt die Lufthansa die Kosten für Mahlzeiten und notwendige Übernachtungen.

Die genauen Rechte der Passagiere sind in der EU-Fluggastrechteverordnung festgehalten und gelten auch bei streikbedingten Ausfällen.

Ausblick: Weitere Streiks möglich

Ob sich der Tarifkonflikt in den kommenden Tagen entschärft oder weiter zuspitzt, bleibt abzuwarten. Die Gewerkschaft Ufo hat signalisiert, dass weitere Arbeitskampfmaßnahmen nicht ausgeschlossen sind, sollte sich keine Einigung mit der Unternehmensführung ergeben. Für Reisende bedeutet dies, dass auch in den kommenden Wochen mit möglichen Beeinträchtigungen im Lufthansa-Flugverkehr gerechnet werden muss.

Die aktuelle Streikwelle bei der Lufthansa zeigt, wie angespannt die Arbeitsbeziehungen in der Luftfahrtbranche nach der Pandemie sind. Während die Airlines mit steigenden Passagierzahlen und wirtschaftlicher Erholung kämpfen, fordern die Beschäftigten angemessene Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung – ein Konflikt, der voraussichtlich noch nicht abschließend gelöst ist.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration