Motorradsaison beginnt: Sicher in den Frühling starten
Die Temperaturen steigen, die Sonne lockt – für viele Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer beginnt nun die lang ersehnte Saison. Doch Vorsicht ist geboten: Nach der Winterpause kann das eigene Können schnell überschätzt werden. Der ADAC Hessen-Thüringen warnt, dass es zum Saisonstart im Frühling immer wieder zu schweren Unfällen mit Motorradbeteiligung kommt. Auch die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) appelliert eindringlich, defensiv zu fahren, wenn es mit dem Motorrad wieder auf die Straßen geht.
Schutzkleidung: Die Basis für jede Tour
Eine intakte Ausrüstung ist das A und O für sicheres Motorradfahren. Helm, Stiefel, Jacke und Handschuhe gehören laut ADAC zur unverzichtbaren Grundausrüstung. Um die Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu erhöhen, sind Reflexionsstreifen an der Kleidung oder eine zusätzliche Warnweste sinnvoll. Seit 2023 müssen Motorradhelme zudem die neue Norm ECE 22.06 erfüllen. Ältere Helme dürfen zwar weiter verwendet werden, doch die GTÜ empfiehlt einen Wechsel, da neuere Modelle einen deutlich besseren Schutz bieten. Der Helm sollte fest sitzen, ohne zu drücken, und sich beim Kopfschütteln kaum bewegen.
Reifen: Gründliche Kontrolle ist Pflicht
Vor der ersten Ausfahrt müssen die Reifen unbedingt überprüft werden. Stimmt der Luftdruck noch? Wie tief ist das Profil? Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe. Der ADAC rät jedoch, ab zwei Millimetern zu wechseln. Die GTÜ geht noch weiter und empfiehlt sogar vier Millimeter, damit das Motorrad bei Starkregen oder in Pfützen nicht aufschwimmt. Zudem sollten die Reifen auf Risse oder andere Schäden untersucht werden. Durch Sonnenlicht und Witterung altert das Gummi, spätestens alle fünf bis sechs Jahre ist laut GTÜ ein Reifenwechsel sinnvoll.
Technik: Flüssigkeiten, Bremsen und Elektronik prüfen
Bevor das Motorrad aus dem Winterquartier geholt wird, sollten Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel überprüft und bei Bedarf nachgefüllt oder ausgetauscht werden. Achten Sie auf Feuchtigkeit am Motorrad oder Flecken auf dem Garagenboden – dies könnte auf undichte Stellen hindeuten. Die Bremsscheiben müssen von Staub und Schmutz gereinigt werden, die Bremsleitung sollte überprüft und die Bremswirkung getestet werden. Laut GTÜ müssen sich Brems- und Kupplungshebel mit normalem Kraftaufwand bedienen lassen. Auch die Antriebskette benötigt Aufmerksamkeit: Gibt es Verschleißerscheinungen oder ist sie so trocken, dass sie eingefettet werden sollte?
Licht und Elektronik: Funktionstest nicht vergessen
Bei eingeschalteter Zündung müssen Fern- und Bremslicht sowie die Blinker einwandfrei funktionieren. Richten Sie den Scheinwerfer auf eine Wand, um schnell zu erkennen, ob er zu hoch oder zu tief eingestellt ist und korrigiert werden muss. Überprüfen Sie auch sonstige Elektronik wie Kupplungs- und Seitenständerschalter. Bei der Batterie sollte die Ladung kontrolliert und altersschwache Exemplare ausgetauscht werden. Nur so steht einer sicheren und unbeschwerten Motorradsaison nichts im Wege.



