Verdi-Warnstreiks legen Nahverkehr lahm: Wo Busse und Bahnen ab Montag stillstehen
Nahverkehrsstreiks ab Montag: Wo Busse und Bahnen stillstehen

Warnstreiks im Nahverkehr: Verdi legt Busse und Bahnen in mehreren Bundesländern lahm

Wer auf Busse und Straßenbahnen angewiesen ist, muss sich ab Montag auf massive Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat für Teile Deutschlands erneut Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr angekündigt. Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft Druck auf die kommunalen Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen aufbauen.

Die Forderungen der Gewerkschaft

Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen substantielle Verbesserungen für mehr als 100.000 Beschäftigte bei rund 150 örtlichen Verkehrsbetrieben. Verdi fordert je nach Region bis zu zwölf Prozent mehr Lohn, eine Reduzierung der Arbeitszeit, längere Pausen sowie höhere Zuschläge für Nachtschichten. Die Arbeitgeberseite hält diese Forderungen für deutlich überzogen.

Heinz Rech, Verdi-Verhandlungsführer in Nordrhein-Westfalen, begründet die Streikmaßnahmen mit dem stockenden Verhandlungsprozess: „Auch nach zwei Verhandlungsrunden liegt zu den Forderungen der Beschäftigten kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor, obwohl diese seit November bekannt sind und im Februar konkretisiert wurden.“ Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 24. März angesetzt.

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Betroffene Regionen und Streikzeiträume

Nordrhein-Westfalen: Den Auftakt macht Dortmund am Montag, wo der Nahverkehr von 3.30 Uhr bis Dienstag 1.30 Uhr nahezu vollständig zum Erliegen kommen wird. Am Dienstag folgen Düsseldorf und das Bergische Land. Betroffen sind die Rheinbahn in Düsseldorf und im Kreis Mettmann sowie Verkehrsunternehmen in Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leverkusen und Bergisch Gladbach. Während Busse und Straßenbahnen ausfallen, verkehren Regionalzüge und S-Bahnen planmäßig.

Sachsen: Hier beginnt der Ausstand am Dienstag um 3 Uhr und dauert 24 Stunden beim Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Weitere Warnstreiks sind in den Landkreisen Erzgebirge und Meißen sowie in Zwickau und Chemnitz geplant. Verdi will die genauen Details jeweils 48 Stunden vor Streikbeginn bekanntgeben.

Thüringen: Die umfangreichsten Streikmaßnahmen finden in Thüringen statt. In Erfurt wird von Montag 3 Uhr bis Donnerstag 5 Uhr gestreikt. Gleiches gilt für Jena, Gera, Weimar, das Weimarer Land und den Saale-Holzland-Kreis. Von Montag bis Mittwoch sind Nordhausen, der Kyffhäuserkreis, der Unstrut-Hainich-Kreis, Mühlhausen, Sondershausen und der Kreis Gotha betroffen. Für die Streiktage sind in mehreren Städten Notfallfahrpläne vorgesehen, über die die jeweiligen Verkehrsgesellschaften informieren.

Auswirkungen auf Pendler und Reisende

Die Warnstreiks werden den öffentlichen Nahverkehr in den betroffenen Regionen erheblich beeinträchtigen. Reisende und Pendler müssen mit massiven Ausfällen und Verspätungen rechnen. Die Verkehrsbetriebe raten dazu, alternative Verkehrsmittel zu nutzen oder wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten. Die genauen Streikdetails und eventuelle Ersatzverkehre werden von den einzelnen Verkehrsunternehmen auf ihren Internetseiten kommuniziert.

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr werden in jedem Bundesland separat geführt, was zu unterschiedlichen Streikschwerpunkten und -zeiträumen führt. Verdi betont, dass die Warnstreiks notwendig seien, um Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen und den berechtigten Forderungen der Beschäftigten Nachdruck zu verleihen.

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