On-Demand-Busse in Mansfeld-Südharz: Pilotprojekt zeigt Erfolge - Dauerhaftes Angebot möglich?
Das innovative Pilotprojekt zum On-Demand-Verkehr im Landkreis Mansfeld-Südharz nähert sich einem entscheidenden Zeitpunkt. Noch bis zum 31. Juli 2026 können Fahrgäste weiterhin Kleinbusse für individuelle Touren nach persönlichem Bedarf bestellen. Die bisherigen Erfahrungen mit diesem digitalen Mobilitätsangebot zeigen bereits deutliche Erfolge und lassen auf eine mögliche Fortführung hoffen.
Beliebte Strecken und Nutzungsmuster
Seit dem Start des Projekts im August des Vorjahres haben sich bestimmte Strecken als besonders nachgefragt erwiesen. Die Analyse der Fahrten zeigt, dass vor allem Verbindungen zwischen kleineren Ortschaften und regionalen Zentren stark frequentiert werden. Diese Strecken waren zuvor oft durch kaum genutzte Linienbusfahrten bedient worden, die im Zuge des Pilotprojekts gestrichen wurden.
Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle bei diesem neuen Verkehrskonzept. Fahrgäste müssen ihre Fahrten über eine spezielle App namens Mopla buchen, für deren Nutzung regelmäßig Schulungen angeboten werden - wie beispielsweise in Riestedt. Diese digitale Buchungsmöglichkeit ermöglicht eine flexible und bedarfsgerechte Planung der Fahrten.
Finanzierung und politischer Hintergrund
Der Landkreis Mansfeld-Südharz erhielt für dieses ambitionierte Projekt eine Förderung in Höhe von rund 850.000 Euro vom Bundesverkehrsministerium. Diese Mittel stammen aus dem Förderprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“, das innovative Ansätze im öffentlichen Nahverkehr unterstützt.
Die Entscheidung, wenig genutzte Linienbusfahrten zugunsten des On-Demand-Angebots zu streichen, war Teil eines strategischen Konzepts zur Effizienzsteigerung im öffentlichen Personennahverkehr. Durch die bedarfsgerechte Bereitstellung von Fahrzeugen sollen Ressourcen optimaler genutzt und gleichzeitig die Mobilität in der ländlichen Region verbessert werden.
Zukunftsperspektiven und mögliche Verstetigung
Die entscheidende Frage, die sich nun stellt, betrifft die Zukunft des Angebots nach dem offiziellen Ende der Pilotphase. Die bisherigen Nutzungszahlen und die positive Resonanz der Fahrgäste sprechen für eine Fortführung des Konzepts. Allerdings müssen dafür dauerhafte Finanzierungsmodelle gefunden werden, die über die initiale Förderung hinausgehen.
Experten sehen in solchen On-Demand-Lösungen ein wichtiges Instrument zur Sicherung der Mobilität in strukturschwachen Regionen. Die Kombination aus digitaler Buchung und flexibler Routenplanung könnte langfristig zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Verkehrsangebots in Mansfeld-Südharz werden.
Die kommenden Monate bis zum Projektende werden zeigen, ob sich das Modell als nachhaltige Lösung etablieren kann und wie die politischen Entscheidungsträger auf die gesammelten Erfahrungen reagieren werden.



