Pilotenstreik bei Lufthansa legt Drehkreuze Frankfurt und München lahm
Pilotenstreik legt Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München lahm

Pilotenstreik bei Lufthansa legt Drehkreuze Frankfurt und München lahm

Ein auf zwei Tage angelegter Pilotenstreik bei der Lufthansa hat an den zentralen Drehkreuzen München und Frankfurt zu massiven Flugausfällen geführt. Nach Angaben der Flughafenbetreiber fielen am ersten Streiktag in Frankfurt rund 400 von insgesamt 1165 geplanten Starts und Landungen aus. In München wurden sogar 230 von etwa 800 Flugbewegungen gestrichen, was die erheblichen Auswirkungen des Arbeitskampfes unterstreicht.

Betrieb in den Terminals weitgehend normal

Ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport betonte, dass in den Terminals grundsätzlich ein normaler Betrieb herrsche. Lediglich in den speziellen Lufthansa-Abschnitten sei es etwas ruhiger als üblich. An den übrigen deutschen Flughäfen fielen vor allem die Zubringerflüge zu den beiden großen Drehkreuzen aus. Andere Lufthansa-Gesellschaften wie Eurowings wurden von dem Streik nicht erfasst und fliegen weiterhin planmäßig.

Lufthansa setzt auf Management-Piloten

Die Fluggesellschaft hatte im Vorfeld zugesichert, dass an beiden Streiktagen mindestens die Hälfte der geplanten Lufthansa-Flüge stattfinden würde. Auf der Langstrecke sollten sogar 60 Prozent der Flüge starten können. Dies wird ermöglicht, indem Flugzeuge häufig von Piloten geflogen werden, die bei der Lufthansa ins Management gewechselt sind, aber ihre Lizenz aktiv gehalten haben. Diese Strategie soll die Auswirkungen des Streiks abmildern.

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Erste Entspannung bereits am Freitag erwartet

Bereits für den Freitag wird eine leichte Entspannung der Situation erwartet. Grund hierfür ist, dass die Teilgesellschaft Lufthansa Cityline nur einen Tag lang bestreikt wird. Diese Tochtergesellschaft übernimmt hauptsächlich Zubringerflüge von kleineren Flughäfen an die beiden großen Drehkreuze Frankfurt und München. Die Reduzierung des Streiks bei der Cityline könnte somit die Verbindungen zu den Regionalflughäfen verbessern.

Gewerkschaft Cockpit verteidigt Streikstrategie

Die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte bereits im Vorfeld eingeräumt, dass der aktuelle Streik etwas kleiner ausfällt als bei der ersten Streikwelle vor einem Monat. Gewerkschaftschef Andreas Pinheiro rechnete mit rund 300 ausgefallenen Starts pro Tag. Er betonte, dass dies eine ausreichende Streikwirkung erziele und Teil der gewerkschaftlichen Strategie sei, um die Forderungen durchzusetzen.

Hintergründe des Arbeitskampfes

Die Gewerkschaft hat mehr als 5.000 Piloten der Flugbetriebe Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen, der um Mitternacht begann. Während es bei der Regionaltochter Cityline primär um eine Anhebung der Gehälter geht, streiten die Tarifpartner bei Lufthansa Cargo und der Kerngesellschaft vor allem um höhere Betriebsrenten. Diese unterschiedlichen Schwerpunkte zeigen die komplexe Struktur der Tarifverhandlungen im Lufthansa-Konzern.

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