Polnische Politiker fordern Tank-Limit für Deutsche: Sprit-Tourismus sorgt für Engpässe
Polen will Tank-Limit für Deutsche: Sprit-Tourismus führt zu Engpässen

Sprit-Tourismus nach Polen: Politiker fordern Tank-Limit für Deutsche

Seit die Angriffe auf den Iran die Treibstoffpreise weltweit in die Höhe getrieben haben, erlebt der deutsche Tanktourismus nach Polen einen regelrechten Boom. Viele deutsche Autofahrer nutzen die erheblichen Preisunterschiede zwischen beiden Ländern aus und fahren gezielt über die Grenze, um günstig zu tanken – oft sogar mit zusätzlichen Kanistern im Gepäck. Diese Entwicklung führt nun zu erheblichen Spannungen an den polnischen Zapfsäulen.

Deutliche Preisunterschiede zwischen Deutschland und Polen

Die finanziellen Anreize für deutsche Tanktouristen sind beträchtlich. Während am Mittwochvormittag in der deutschen Grenzstadt Heringsdorf in Mecklenburg-Vorpommern für einen Liter Diesel bis zu 2,07 Euro fällig wurden, kostete derselbe Kraftstoff in der polnischen Nachbarstadt Świnoujście auf Usedom lediglich 1,38 Euro. Auch Benzin (Super E10) ist mit 1,33 Euro im Vergleich zu deutschen Preisen von etwa 2,10 Euro deutlich günstiger. Bei einer durchschnittlichen Tankfüllung von 50 Litern ergibt sich so eine Ersparnis von mehr als 30 Euro – ein Betrag, der für viele Autofahrer das Warten in langen Schlangen an polnischen Tankstellen rechtfertigt.

Engpässe und Unmut in polnischen Grenzstädten

Der massive Zustrom deutscher Tanktouristen bleibt jedoch nicht ohne Folgen für die polnische Seite. Inzwischen kommt es in Grenzregionen wie Świnoujście zu spürbaren Engpässen bei der Kraftstoffversorgung. Die Stadtpräsidentin von Świnoujście, Joanna Agatowska, äußerte sich besorgt über die Situation: „Es geht hier nicht mehr nur darum, dass Benzin teuer ist, sondern um die fehlende Verfügbarkeit von Kraftstoff.“

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Stadtsprecher Wojciech Basałygo bestätigte gegenüber Medien, dass seit dem vergangenen Wochenende an den Tankstellen in Świnoujście verstärkter Betrieb herrsche. „Die meisten Kunden sind Autofahrer aus Deutschland, da auf der anderen Seite der Insel Usedom der Kraftstoff im Durchschnitt um mehr als zwei Złoty pro Liter teurer ist“, so Basałygo. Er wies zudem auf ein besorgniserregendes Phänomen hin: „Die Deutschen tanken immer voll, aber jetzt füllen sie zusätzlich auch Kanister mit mehreren Dutzend Litern.“ Zuletzt mussten sogar mehrere Tankstellen vorübergehend schließen, weil sie komplett ausverkauft waren.

Politische Forderungen nach strengeren Regeln

Angesichts der Versorgungsprobleme fordert Stadtpräsidentin Agatowska nun konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des Tanktourismus. Sie appelliert an die Tankstellenbesitzer, den Verkauf von Kraftstoff in Kanistern auf maximal 20 Liter zu begrenzen. „Wir müssen vor allem die ununterbrochene Versorgung unserer Einwohner sowie der städtischen Gesellschaften sicherstellen“, betonte Agatowska. Darüber hinaus will sie sich dafür einsetzen, dass grenzüberschreitende Dienste die bestehenden Vorschriften bezüglich der Mengenbegrenzung für den Transport von Kraftstoff von Polen nach Deutschland konsequenter durchsetzen.

Auch der Zoll soll künftig strenger kontrollieren. Zwar ist die Mitnahme eines 20-Liter-Kanisters grundsätzlich erlaubt, jedoch dürfen steuerfrei nur 10 Liter darin ausgeführt werden. Stadtsprecher Basałygo rät deutschen Autofahrern dringend, sich an diese gesetzliche Menge zu halten, „um Probleme zu vermeiden“.

Die Situation zeigt, wie globale politische Entwicklungen wie der Irankrieg direkte Auswirkungen auf das Alltagsleben in Grenzregionen haben können. Während deutsche Autofahrer versuchen, angesichts hoher Spritpreise zu sparen, sehen sich polnische Kommunen mit Versorgungsengpässen konfrontiert, die nun zu politischen Gegenmaßnahmen führen.

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