Stuttgart – Wer glaubt, sich dank moderner Assistenzsysteme keine Gedanken mehr um den Reifendruck machen zu müssen, irrt. Das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) in den meisten Pkw ist zwar hilfreich, ersetzt aber nicht die regelmäßige manuelle Kontrolle. Christian Koch, Reifenexperte der Prüforganisation Dekra, empfiehlt, den Fülldruck mindestens einmal im Monat oder bei jeder zweiten Tankfüllung selbst zu prüfen.
Warum das System nicht ausreicht
Reifendruckkontrollsysteme arbeiten insgesamt genau und zuverlässig, haben jedoch einen Toleranzbereich. Dieser ist notwendig, um Fehlalarme bei temperaturbedingten Druckschwankungen zu vermeiden. Zudem können je nach Messsystem kleinere Ungenauigkeiten auftreten. Daher bleibt die menschliche Kontrolle unverzichtbar.
Anpassung bei Beladung erforderlich
Besonders wichtig ist die manuelle Anpassung des Reifendrucks bei voller Beladung, etwa vor einer Urlaubsfahrt. Der Druck muss dann den Herstellervorgaben entsprechend erhöht werden. Nach der Anpassung muss das RDKS laut Bedienungsanleitung neu kalibriert werden, um korrekte Werte zu liefern.
Check im kalten Zustand
Der Reifendruck sollte stets im kalten Zustand vor Fahrtantritt gemessen werden. Koch rät, beim Prüfen auch gleich den Allgemeinzustand der Reifen zu kontrollieren: Sind Fremdkörper wie Nägel eingefahren? Gibt es Beschädigungen oder Verschleißerscheinungen? So behalten Autofahrer im Blick, ob ein Werkstattbesuch ansteht.



