Moderne Gleisanlagen für historische Dampfbahn auf Rügen
Die traditionsreiche Schmalspurbahn „Rasender Roland“ auf der Ostseeinsel Rügen rollt jetzt teilweise über komplett erneuerte Gleisanlagen. Im Südosten der Insel, wo die dampfbetriebene Bahn besonders bei Urlaubern beliebt ist, wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten abgeschlossen, die den Betrieb für kommende Jahrzehnte sichern sollen.
Spezielle Dreischienengleise mit Kunststoffschwellen
Nach Angaben des Schweriner Wirtschaftsministeriums mussten im Streckenabschnitt zwischen Putbus und Lauterbach Mole Holzschwellen ausgetauscht werden, die nach etwa 45 Jahren Liegezeit das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht hatten. Besondere Herausforderungen stellten dabei die Dreischienengleise dar, die den Betrieb von Zügen unterschiedlicher Spurbreiten ermöglichen. Für diese speziellen Anforderungen wurden Kunststoffschwellen verbaut, die eine deutlich längere Nutzungsdauer als herkömmliche Holzschwellen versprechen.
„Mit der Unterstützung des Landes konnte der letzte Teil der Strecke von Putbus nach Lauterbach Mole für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht werden“, erklärte Kay Kreisel, Geschäftsführer des Betreibers Pressnitztalbahn. Die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn investierte dabei mehr als 600.000 Euro in die Sanierung dieses Streckenabschnitts, während das Land Mecklenburg-Vorpommern die Gleiserneuerung und Instandhaltungsarbeiten mit rund 450.000 Euro förderte.
Zusammenarbeit von Traditionsbahn und Regionalverkehr
Die Besonderheit der Strecke liegt in der gemeinsamen Nutzung durch verschiedene Bahnbetriebe. Zwischen Bergen und Lauterbach Mole verkehrt die Regionalbahnlinie RB26, während in der Saison von Mai bis Oktober die Züge der Schmalspurbahn „Rasender Roland“ mit ihren historischen Dampflokomotiven das Angebot ergänzen. Diese fahren auf dem Dreischienengleis von Lauterbach Mole bis Putbus und dann weiter über Binz nach Göhren.
Carsten Werfel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, betonte: „In der Saison ergänzen die Züge der Schmalspurbahn mit ihren Dampflokomotiven das Angebot und bieten Touristen ein besonderes Erlebnis.“
Langfristige Perspektive durch neuen Pachtvertrag
Erst kürzlich hatten der Landkreis Vorpommern-Rügen und die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn einen neuen Pachtvertrag für die Schmalspurbahn unterzeichnet. Dieser tritt am 1. Juli 2028 in Kraft und läuft bis spätestens 31. Dezember 2050. Der langfristige Vertrag ermöglicht umfangreiche Investitionen, darunter die geplante Sanierung der Strecke zwischen Putbus und Sellin-Ost in den kommenden Jahren mit einem Investitionsvolumen von rund 24 Millionen Euro. Dabei sollen knapp 20 Kilometer Schiene rundum erneuert werden.
Historische Bahn mit moderner Zukunft
Die dampfbetriebene Schmalspureisenbahn fährt seit 1895 mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern pro Stunde über die Insel Rügen und verbindet die bekannten Seebäder miteinander. Auf 750 Millimeter Spurweite verkehrt sie täglich von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren. An rund 180 Tagen im Jahr startet der Zug zusätzlich von Lauterbach Mole. Seit 2008 wird die Bahn von der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn aus Jöhstadt in Sachsen betrieben.
Für viele Rügen-Urlauber gehört eine Fahrt mit dem „Rasenden Roland“ zum Pflichtprogramm ihres Inselbesuchs. Die jetzt abgeschlossenen Gleiserneuerungen stellen sicher, dass dieses touristische Highlight auch in Zukunft zuverlässig und sicher betrieben werden kann, während gleichzeitig die historische Atmosphäre der dampfbetriebenen Schmalspurbahn bewahrt bleibt.



