Runde Markierungen: Neues Konzept schützt Motorradfahrer in Niedersachsen
Runde Markierungen schützen Motorradfahrer in Niedersachsen

Je wärmer die Temperaturen werden, desto mehr Motorradfahrer kehren auf die Straßen zurück. Besonders beliebt ist in Niedersachsen das Weserbergland. Um die Sicherheit auf den kurvenreichen Strecken zu erhöhen, werden dort neue Schutzideen getestet. Runde Markierungen auf der Fahrbahn sollen schwere Verletzungen verhindern.

Was sind die sogenannten Eifel-Ellipsen?

Auf den ersten Blick könnten die runden Markierungen auf der Bundesstraße 3 im südniedersächsischen Scheden südwestlich von Göttingen wie Schmierereien wirken. Tatsächlich haben sie jedoch einen ernsten Hintergrund: Sie sollen Motorradfahrer vor schweren Verletzungen schützen. Die auch als Eifel-Ellipsen bezeichneten Markierungen befinden sich jeweils im Innenbereich der äußeren Fahrspuren in Kurven. Sie sollen Zweiradfahrer dazu anhalten, Kurven nicht zu schneiden und stattdessen eine sichere, vom Mittelstreifen entfernte Kurvenlinie zu wählen. Die Markierungen sollten von Motorradfahrern nicht überfahren werden.

Hohes Unfallrisiko in Serpentinen

„Auf Motorradstrecken, die durch eine Vielzahl von Serpentinen und enge, unübersichtliche Kurven geprägt sind, besteht ein erhöhtes Unfallrisiko durch Zusammenstöße mit dem Gegenverkehr“, teilte die Samtgemeinde Dransfeld im vergangenen Jahr mit, als die Markierungen angebracht wurden. Unfälle ereignen sich nicht nur, wenn Kurven geschnitten werden, sondern auch, wenn Motorradfahrer sich so weit in die Kurve legen, dass ihr Kopf oder Oberkörper in den Gegenverkehr ragt.

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Beliebte, aber gefährliche Strecken im Weserbergland

Laut ADAC kam es in den sogenannten Schedener Kurven in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen. Sie liegen mitten im bei Motorradfahrern beliebten Weserbergland. Ein ähnlicher Unfallhotspot in der Region befindet sich etwas weiter nördlich auf einer Landstraße zwischen Uslar und Relliehausen, wo ebenfalls solche Markierungen aufgebracht wurden.

Vielversprechendes Konzept

Auch wenn noch keine abschließenden Daten vorliegen, bewertet der Automobilclub das Konzept, das auch in Nordrhein-Westfalen erprobt wird, bereits als erfolgreich. Das Projekt habe eine Vorreiterfunktion. Die Unfallkommission der niedersächsischen Straßenbau- und Verkehrsbehörde will bereits im Mai darüber beraten, ob das Konzept ausgeweitet wird. Flächendeckend sollen die Markierungen jedoch nicht zum Einsatz kommen.

Alternativen: Geschwindigkeitsbegrenzungen und bessere Leitplanken

Ein Allheilmittel seien die Eifel-Ellipsen aber nicht, heißt es vom ADAC. Je nach örtlichen Gegebenheiten brauche es verschiedene Schutzvorkehrungen für Motorradfahrer, aber auch für Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer. Weitere Möglichkeiten seien etwa Leitplanken, unter denen man bei einem Sturz nicht hindurchrutschen könne, oder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Darüber entscheide die Unfallkommission.

Darüber hinaus sei auch die Qualität der eigenen Ausrüstung für den Schutz von Motorradfahrern wichtig. Gerade zu Beginn der Motorradsaison macht die Polizei mit Aktionstagen darauf aufmerksam. Auch im weiteren Verlauf des Sommers gebe es immer wieder Kontroll- und Präventionseinsätze der Beamten.

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