Stress vor dem Unterricht: Der Schulweg in der Schweriner Weststadt verlangt Kindern täglich viel Aufmerksamkeit ab. Wenn morgens kurz nach sieben die Straßenbahnen an der Haltestelle Robert-Beltz-Straße halten, wird es eng. Viele Schüler des Weststadt-Campus und des Goethe-Gymnasiums strömen zeitgleich über die Kreuzung an der Lübecker Straße. Gedränge an den Haltestellen, volle Bahnen und lange wartende Gruppen an der Fußgängerampel gehören dort inzwischen zum Alltag. Genau diese Situation war am Montagabend Thema in der Stadtvertretung.
Unabhängige Bürger fordern Entzerrung
Mit einem Antrag zur „Verbesserung der morgendlichen Verkehrssituation und Schülerströme“ will die Fraktion Unabhängige Bürger/FDP erreichen, dass sich die Lage rund um die beiden Schulen entspannt. Konkret geht es um längere Grünphasen an der Ampel – aber auch um die Idee versetzter Schulanfangszeiten. „Vor Ort ist jede Menge los“, sagt Stadtvertreterin Stefanie Pohlner (Unabhängige Bürger) mit Blick auf einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin im März. Besonders problematisch sei die Situation an der Fußgängerampel. „Die Grünphase ist zu kurz“, so Stefanie Pohlner weiter. Nach Vorstellung der Antragsteller könnte eine moderate Verschiebung der Unterrichtszeiten helfen, die morgendlichen Schülerströme besser zu verteilen. Die Schüler würden eine unterschiedliche Bahn nehmen, alles würde sich entzerren, so die Lokalpolitikerin. Zwar liege die Entscheidung darüber nicht bei der Stadtvertretung, aber der Oberbürgermeister könne dahingehend Gespräche führen. „Das wäre ein starkes politisches Signal“.
SPD sieht weiteren Beratungsbedarf
Die SPD unterstützte grundsätzlich die Diskussion, mahnte aber zu einer umfassenderen Betrachtung. „Vielen Dank, dass ihr das Thema aufgegriffen habt. Auch ich war im März vor Ort“, sagt Mandy Pfeifer. Aus Sicht ihrer Fraktion sei die Situation jedoch komplexer. Es müsste erst einmal geklärt werden, wie die verbindlichen Schulwege aussehen, so die Fraktionsvorsitzende. Deshalb solle der Antrag zunächst noch einmal in den Ausschüssen beraten werden. Für die Antragsteller bedeute das jedoch nur weitere Verzögerungen. In Kürze fänden die Schulkonferenzen statt und bis dahin wäre es schon gut, wenn die Gespräche mit Oberbürgermeister und Schule geführt würden. Andernfalls würde sich die Diskussion zeitlich weiter hinausschieben. Deshalb beantragte die Fraktion eine sofortige Abstimmung ihres Antrags und erhielt auch die mehrheitliche Zustimmung.
Anlage wird in den Sommerferien erneuert
Unabhängig von möglichen Änderungen bei den Schulzeiten kündigte die Stadtverwaltung bereits konkrete Maßnahmen an der Kreuzung an. In den Sommerferien soll die Lichtsignalanlage an der Lübecker Straße technisch erneuert werden. Dabei werde die Grünphase für Fußgänger im besonders stark belasteten Zeitfenster zwischen 7.20 Uhr und 7.30 Uhr um zehn bis 30 Sekunden verlängert. Die Verwaltung erwartet dadurch „eine spürbare Verbesserung der Verkehrssicherheit bei der Querung der Lübecker Straße“. Ziel sei es, dass Schülerinnen und Schüler die Fahrbahn künftig direkter und ohne größere Rückstaus überqueren können.



