Schweriner Stadtkasse profitiert: Mehr Verkehrssünder bringen 500.000 Euro zusätzlich ein
Schwerin: Mehr Verkehrssünder bringen 500.000 Euro zusätzlich

Schweriner Stadtkasse profitiert von erhöhtem Verkehrsaufkommen

Die Landeshauptstadt Schwerin hat im vergangenen Jahr deutlich höhere Einnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern verzeichnet als noch 2024. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2025 des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) hervorgeht, flossen insgesamt 3,4 Millionen Euro in die Stadtkasse – das sind satte 500.000 Euro mehr als im Vorjahr mit 2,87 Millionen Euro.

Mobile Blitzer als effektive Einnahmequelle

Der deutliche Anstieg ist vor allem auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen zurückzuführen. Während an den fünf stationären Blitzern der Stadt mit 8,27 Millionen gemessenen Fahrzeugen nur 7.500 Temposünder erwischt wurden – deutlich weniger als 2024 mit 12.850 Verstößen –, zeigten mobile Kontrollen eine viel höhere Trefferquote. Hier wurden bei 2,4 Millionen gemessenen Fahrzeugen über 44.000 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert, 10.500 mehr als im Vorjahr.

Besonders auffällig war der Anstieg bei Rotlichtverstößen: An zwei Messstandorten blitzte es fast 1.000 Mal, während 2024 noch knapp 700 Verstöße verzeichnet wurden. Die Stadtverwaltung betont jedoch, dass es dem KOD nicht primär um Einnahmen gehe, sondern um die Durchsetzung von Ordnungsvorschriften und die Gewährleistung von Sicherheit im öffentlichen Raum.

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Verkehrsüberwachung zeigt präventive Wirkung

Neben den Geschwindigkeitskontrollen stellt die Verkehrsüberwachung im Streifendienst einen wesentlichen Teil der KOD-Arbeit dar. Von den mehr als 21.800 festgestellten Verstößen im ruhenden Verkehr entfielen die meisten auf Park- und Halteverstöße. 526 Fahrzeuge wurden auf Veranlassung des Ordnungsdienstes abgeschleppt, etwas weniger als im Vorjahr.

„Der Rückgang deutet darauf hin, dass Verkehrsteilnehmer verstärkt auf bestehende Halteverbote achten oder durch unsere Kontrollen eine präventive Wirkung erzielt werden konnte“, heißt es in dem 23-seitigen Bericht. Die Abschleppkosten beliefen sich für betroffene Fahrzeughalter im Durchschnitt auf etwa 250 Euro inklusive aller Gebühren.

Herausforderungen für die Mitarbeiter

Derzeit beschäftigt der Kommunale Ordnungsdienst 31 Mitarbeiter, die im Außendienst alle mit individuell angepassten Schutzwesten ausgestattet sind. Diese Vorsichtsmaßnahme erweist sich als notwendig: 2025 wurden 13 Anzeigen aufgrund von Übergriffen auf KOD-Mitarbeiter erstattet.

Die Vorfälle reichten von Beleidigungen und verbalen Bedrohungen bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen. Die Stadtverwaltung betont, dass sie dem Schutz ihrer Mitarbeiter hohe Bedeutung beimisst und diese bei der konsequenten Anzeige entsprechender Vorfälle unterstützt. Regelmäßige Schulungen in Selbstschutz und Konfliktmanagement sollen die Beamten zusätzlich schützen.

Insgesamt zeigt der Jahresbericht ein gemischtes Bild: Während die Einnahmen durch Verkehrssünder steigen, scheinen stationäre Blitzer ihre präventive Wirkung zu entfalten. Gleichzeitig müssen die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes zunehmend mit aggressivem Verhalten von Verkehrsteilnehmern umgehen.

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