Die Sonne scheint heute in weiten Teilen Deutschlands, doch das Frühlingswetter zeigt sich zweigeteilt. Während es überwiegend trocken bleibt, steigt die Gefahr von Gräser- und Waldbränden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor allem im Südosten und Südwesten vor erhöhter Brandgefahr. Wetterexperte Dr. Karsten Brandt erklärte gegenüber BILD: „Sonne, Trockenheit und Wind – eine gefährliche Kombination!“ Die Luftfeuchtigkeit sei nach den sonnigen Tagen vielerorts extrem niedrig und könne zu einem bösen Erwachen führen.
Warum die Gefahr eines Waldbrandes droht
Wetterfachmann Brandt zu BILD: „Gestern ist die Nadel auf meinem Messgerät für die Luftfeuchtigkeit von morgens 85 Prozent auf 20 am Nachmittag runtergeknallt. Das ist schon staubtrocken und extrem niedrig. Normal wären jetzt um die 50 und 60 Prozent.“ Raucher sollten ihre Kippen deshalb nicht achtlos wegwerfen, betont Brandt. Die Waldbrandgefahr ist hoch. Wer grillen möchte, sollte darauf achten, dass durch Funkenflug nicht unabsichtlich ein Feuer entfacht wird. Der DWD-Waldbrand-Gefahrenindex zeigt für heute schon mancherorts die Warnstufe 3 (orange). Morgen weitet sie sich deutschlandweit aus. Teilweise gibt es dann sogar die Warnstufe 4 (rot).
Temperaturen am Freitag: Norden kühl, Süden mild
Der Freitag bringt neben der Schattenseite der Brandgefahr auch viel Sonnenschein und nur vereinzelt dunkle Wolken. Der DWD: „Die Höchsttemperatur im Norden und Osten liegt bei 13 bis 17 Grad, an Küstenabschnitten kälter. Sonst Erwärmung auf 18 bis 24 Grad, am wärmsten am Hoch- und Oberrhein.“ Brandt: „Es bleibt eigentlich wie am Donnerstag – nur eben einen Touch kühler.“ Frisch wird es nach seiner Prognose vor allem im Norden, in Hamburg nur um die 12 Grad. „Da ist vor allem viel Nordwind drin, der am Samstag wohl stürmisch werden wird.“
Ursache für die Kühle: Polarluft aus Nordosten
Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt gegenüber BILD: „Hoch Uli ist zwar im Anflug. Aber aktuell hat es sich lieber über den Britischen Inseln und über dem Nordostatlantik festgesetzt.“ Die Folge: In Deutschland gibt es zwar Sonnenschein, „doch es bleibt gefühlt vielerorts eher kalt“. Der Übeltäter sei die kühle Polarluft, die aus Nordosten nach Deutschland zieht.
An der Nordsee-Küste wird es bei maximal 10 Grad deshalb wohl richtig kalt. In Berlin klettern die Temperaturen nach Jungs Voraussage auf maximal 16 Grad. Freuen dürfen sich hingegen der Süden und Südwesten: In München und Wiesbaden sollen es um die 21, in Saarbrücken sogar 22 Grad werden. Jung: „Spitzenreiter ist wohl die Ecke Freiburg mit 23 Grad.“ Von Norden und Osten kommend drohe aber unbeständiges Wetter. Jungs wenig frühlingshafte Nachricht für Samstag: „Zum Wochenende steht dann schon die nächste Kaltluft-Portion vor der Tür.“ Der Frühling – leider bisher eher ein launischer Zeitgenosse!



