Das Aus für Spirit Airlines
Der US-amerikanische Billigflieger Spirit Airlines hat nach gescheiterten Rettungsbemühungen der Regierung von Präsident Donald Trump den Flugbetrieb eingestellt. Die Fluggesellschaft gab bekannt, dass die geordnete Stilllegung des Betriebs begonnen habe. Sämtliche Flüge wurden gestrichen, der Kundenservice ist nicht mehr erreichbar.
Rettungsversuch der Regierung
Präsident Trump hatte vorgeschlagen, dass der Staat Spirit Airlines mit einem Kredit in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar unter die Arme greifen sollte. Im Gegenzug hätte die Regierung Anteile von bis zu 90 Prozent an der Airline erhalten. Trump bestand darauf, dass der Staat als vorrangiger Gläubiger behandelt werden müsse. Berichten zufolge scheiterten die Verhandlungen jedoch, weil andere Geldgeber die Konditionen nicht akzeptierten.
Ursachen der Pleite
Spirit Airlines befand sich bereits seit August des Vorjahres im zweiten Insolvenzverfahren innerhalb kurzer Zeit. Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, den Sommer mit reduzierten Schulden zu verlassen. Doch die drastisch gestiegenen Kerosinpreise infolge des Iran-Krieges durchkreuzten diese Pläne. Laut Medienberichten saßen an mehreren US-Flughäfen noch hunderte Passagiere fest, deren Flüge für die Nacht zum Samstag vorgesehen waren. Andere Airlines kündigten an, den Gestrandeten zu helfen.
Hausgemachte Krise
Die Krise bei Spirit wird als selbstverschuldet angesehen. Scott Kirby, Chef des deutlich größeren Konkurrenten United Airlines, erklärte, das Problem liege im Geschäftsmodell des Billigfliegers. Die hohen Kerosinpreise hätten die Entwicklung lediglich beschleunigt. Bereits 2022 sollte Spirit vom Rivalen JetBlue übernommen werden. Die Wettbewerbshüter der damaligen Regierung von Präsident Joe Biden zogen jedoch vor Gericht, und ein Richter blockierte die Übernahme.
Trumps Bereitschaft zur Staatsbeteiligung
Die US-Regierung hatte in Krisenzeiten wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder während der Corona-Pandemie die Luftfahrtindustrie gestützt. Ein direktes Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens wäre jedoch ungewöhnlich gewesen. Trump zeigte in seiner zweiten Amtszeit jedoch erhöhte Bereitschaft, den Staat Anteile an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen übernehmen zu lassen. So erhielt die US-Regierung beispielsweise einen Anteil von rund zehn Prozent am Chipriesen Intel als Ausgleich für zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen.



