Spritpreis-Explosion zu Ostern: Bis zu 40 Cent mehr pro Liter um 12 Uhr
Alle Jahre wieder: Mit den Osterreisen stiegen in Deutschland die Spritpreise an den Zapfsäulen auf ein neues Rekordhoch. Am Karfreitag um kurz nach 12 Uhr kostete der Liter Super im Durchschnitt 2,28 Euro. Für Super E10 waren pro Liter 2,22 Euro fällig, bei Diesel sogar 2,46 Euro. Teilweise schnellten die Preise um bis zu 40 Cent in die Höhe. Mit den saftigen Preisen stieg auch die Wut der Autofahrer, die sich von der neuen Tankpreisregelung der schwarz-roten Regierungskoalition angezapft fühlen.
40 Cent mehr an der Autobahn-Raststätte
Um 11.56 Uhr kostete an der Raststätte „Taunusblick“ an der A5 bei Frankfurt der Liter Diesel bereits satte 2,46 Euro und Super 2,31 Euro. Doch um 12.07 Uhr explodierten die Preise nochmals – um bis zu 40 Cent! Diesel kostete plötzlich 2,86 Euro, Super 2,71 Euro und Super E10 2,65 Euro.
Bülent Alkan (48), Bestatter aus Köln: „Wer bei diesen Preisen noch an der Autobahn tankt, ist unvernünftig. Ich zahle jetzt bei 70 Litern Tankfüllung jeweils fast 70 Euro mehr. Das ist unfassbar. In Frankreich würden die Leute bei diesen Preisen schon längst auf die Straße gehen.“
Frank Tegethoff (35), Angestellter aus Höxter: „Wir fahren mit dem Wohnwagen Richtung Freiburg. Ich muss an der Raststätte tanken, auch bei diesen Preisen. Das ist echt ärgerlich. Zu Hause überlege ich mir inzwischen, ob ich wirklich das Auto nehmen muss.“
15 Cent mehr in Erfurt
Zur Mittagsstunde schnellte an der bft-Tankstelle in Erfurt der Benzinpreis um 15 Cent nach oben: Der Preis für Super E10 zog von 2,13 auf 2,28 Euro an, Normal-Super von 2,19 auf 2,34 Euro.
Tim Staniek (35), Lüftungsbauer aus Kahla: „Ich wollte schnell noch vor 12 Uhr tanken. Seit dem 1. April achte ich genau auf die Preise und sehe, dass die Tankstellen bei mir gar nicht freiwillig die Preise senken. Das System funktioniert nicht.“
Sarah Radisch (43), Sozialpädagogin aus Rosenheim: „Egal, wie die neue Tankregelung aussieht, ich muss ja zur Arbeit fahren, brauche den Sprit. Was soll ich tun? Es ist nicht erfreulich.“
5 Cent mehr auf dem Autohof „Schwabach West“
An dem Autohof „Schwabach West“ bei Nürnberg schlug die Preistafel um kurz nach 12 Uhr bei Diesel von 2,38 Euro auf 2,43 Euro. Der Liter Super E10 kostete dann 2,18 statt 2,14 Euro. Für Super erhöhte sich der Preis von 2,20 Euro auf 2,24 Euro.
Peter Raith (37), Anlagenmechaniker aus Abenberg: „Ich tanke viel, Autofahren ist mein Hobby. Das ist eine Frechheit, was die Regierung mit uns macht. Dass man die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen kann, bringt gar nichts. Die Politiker haben einfach etwas entschieden, damit sie sagen können, dass sie etwas getan haben.“
Anna (22), Erzieherin aus Thüringen: „Ich komme aus Thüringen und wir fahren jetzt weiter nach Österreich. Ich habe jetzt nicht vollgetankt – in Österreich tanke ich dann voll, da sind die Preise nicht so hoch. Man muss sich das Geld schon richtig ansparen.“
Emil Götz (19), Industriekaufmann aus Ingolstadt: „Wahnsinn, dass das Benzin so teuer geworden ist. Ich fahre viel Auto, weil ich Fußball spiele. Die Strecke fahre ich drei- bis viermal pro Woche – das sind jeweils etwa 80 Kilometer.“
Die massive Preiserhöhung während der Osterreise zeigt deutlich, wie die neue Tankpreisregelung in der Praxis wirkt. Während die Politik von Maßnahmen spricht, spüren die Autofahrer die finanziellen Belastungen direkt an der Zapfsäule. Die Frustration wächst, besonders bei denen, die auf ihr Auto angewiesen sind – sei es für den Beruf, den Urlaub oder den Alltag. Die Diskussion um faire Spritpreise und wirksame Regulierungen wird sicherlich weitergehen, während die Verbraucher weiterhin tief in die Tasche greifen müssen.



