Spritpreise erreichen Jahresrekord kurz vor neuer Tankpreis-Regel
Spritpreise auf Rekordhoch vor neuer Tankpreis-Regel

Spritpreise schießen vor neuer Regel auf Jahresrekord

Nur Stunden vor dem Inkrafttreten einer neuen Tankpreis-Regelung haben die Spritpreise in Deutschland ein bemerkenswertes Jahreshoch erreicht. Am Dienstag, dem 31. März 2026, kostete Super E10 im Tagesdurchschnitt bereits 2,087 Euro pro Liter, während Diesel sogar auf 2,295 Euro je Liter stieg. Diese Werte markieren die höchsten Preise des gesamten Jahres, wobei die morgendlichen Spitzenwerte teilweise noch über diesem Rekorddurchschnitt lagen.

Branchenverband verteidigt Preispolitik

Während Autofahrer so viel zahlen müssen wie noch nie in diesem Jahr, zeigt sich der Wirtschaftsverband „Fuels und Energie“, der die Markentankstellen in Deutschland vertritt, unbeeindruckt. Auf eine Anfrage zur Preisentwicklung vor der neuen Regelung erklärte ein Verbandssprecher: „Wir können keine Prognosen abgeben, aber: Der kundenfreundliche Preiswettbewerb der Tankstellen bleibt voll intakt, auch vor und nach Mitternacht.“ Diese Aussage steht in scharfem Kontrast zu den aktuellen Rekordpreisen an den Zapfsäulen.

Neue Regelung ab 1. April

Ab Mittwoch, dem 1. April 2026, tritt die neue Tankpreis-Regel in Kraft, die von der Bundesregierung eingeführt wurde. Künftig dürfen Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr ihre Preise erhöhen. Ziel dieser Maßnahme ist es, künftige Preissprünge einzudämmen und mehr Transparenz für Verbraucher zu schaffen. Die Ölkonzerne haben sich nach Angaben des Verbandssprechers bereits auf diese neue Preislogik vorbereitet.

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Verband übt deutliche Kritik

Inhaltlich geht der Wirtschaftsverband jedoch klar auf Distanz zur neuen staatlichen Regelung. Man sammle zwar „erste Erfahrungen mit dem staatlichen Eingriff in die Tankstellenpreise“, äußert aber erhebliche Zweifel am praktischen Nutzen. „Uns ist aber keine Untersuchung bekannt, die belegt, dass das Österreich-Preismodell Vorteile für den Verbraucher bieten würde“, so der Sprecher weiter.

Der Verband kritisiert die Grundannahme der neuen Regelung scharf: „Die neuen Kraftstoffpreisregeln waren in der Annahme entstanden, die Tankstellenpreise seien hierzulande infolge der Nahostkrise besonders stark gestiegen. Das ist längst widerlegt.“ Stattdessen verweist man auf andere Ursachen für die hohen Preise in Deutschland.

Steuern als Haupttreiber

Laut Verbandsangaben sind vor allem die staatlichen Abgaben für die hohen Spritpreise in Deutschland verantwortlich. Tatsächlich liegen Steuern und CO₂-Abgaben hierzulande auf internationalem Rekordniveau. Bei einem Benzinpreis von beispielsweise 2,20 Euro pro Liter gehen etwa 66 Prozent, also rund 1,45 Euro, direkt an den Staat. Dies macht Deutschland zu einem der teuersten Länder Europas für Kraftstoffe.

Die Diskrepanz zwischen den Rekordpreisen an den Tankstellen und der als „kundenfreundlich“ bezeichneten Wettbewerbssituation durch den Branchenverband sorgt bei vielen Autofahrern für Unverständnis und Kritik. Die Wirksamkeit der neuen Regelung ab dem 1. April bleibt abzuwarten, während die Diskussion über die tatsächlichen Ursachen der hohen Kraftstoffpreise weitergeht.

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