Irankrieg lässt Spritpreise in schwindelerregende Höhen steigen
Der Krieg der USA und Israels gegen Iran, verbunden mit der Sperrung der Straße von Hormus, hat massive Auswirkungen an deutschen Tankstellen. E10 liegt oft über zwei Euro pro Liter, Diesel ist noch teurer. Autofahrer stehen vor der Frage: Wie können sie mit den explodierenden Kosten umgehen? Hier sind die wichtigsten Tipps und Antworten.
Timing beim Tanken: Abends oft günstiger als morgens
Das tägliche Auf und Ab der Spritpreise ist bekannt – durchschnittlich 18 Preisänderungen pro Tag. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant Änderungen im Kartellrecht, doch ein Zeitplan fehlt. Laut ADAC sind Preise morgens oft höher, am günstigsten zwischen 19 und 20 Uhr. Allerdings hat die aktuelle Krise die Muster durcheinandergewirbelt. "Es gibt über den Tag verteilt viele Täler und Berge. Und zuletzt wurden die Täler ab und zu einfach mal ausgelassen", sagt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Er beobachtet eine Normalisierung, doch solange Reiches geplante Begrenzung nicht greift, bleibt das Spiel zwischen Preisspitzen und -senkungen bestehen.
Tank-Apps: Hilfreich, aber zeitaufwendig
Apps, die Preise an umliegenden Tankstellen anzeigen, nutzen Daten der Markttransparenzstelle. Tankstellen müssen Änderungen binnen fünf Minuten melden. Features wie Preisverläufe sind Standard, doch "Für Verbraucher ist es möglich, aufgeklärt zu sein. Aber es kostet eben Zeit", so Hack. Wer maximal sparen will, muss tiefer in die Daten einsteigen. Eine einfache Faustregel: Günstige Tankstellen bleiben meist günstig, teure bleiben teuer. Für Bequeme reicht ein Vergleich, wenn das Tanken ohnehin ansteht.
Spritsparend fahren: Bis zu 20 Prozent Ersparnis möglich
Eine Anpassung des Fahrstils kann viel Geld sparen. Dazu gehören:
- Fahren im hohen Gang bei 60-80 km/h, je nach Motor.
- Vermeidung von Geschwindigkeiten über 120 km/h, die den Verbrauch stark erhöhen.
- Sparsamer Einsatz von Klimaanlage oder Sitzheizung.
- Nutzen des Tempomats auf der Autobahn, um Mikrobeschleunigungen zu vermeiden.
Laut Hack lässt sich der Verbrauch so um 10 bis 20 Prozent senken – etwa der Betrag, um den Sprit sich zuletzt verteuerte.
Hohe Spritpreise und Verkehr: Keine Entlastung in Sicht
Die Hoffnung, dass hohe Preise zu weniger Verkehr führen, trifft nicht zu. Historische Daten zeigen: Während der russischen Invasion in der Ukraine gab es keine signifikanten Änderungen bei Fahrkilometern oder Geschwindigkeiten. In der Coronapandemie, bei niedrigen Preisen, waren weniger Autos unterwegs. "Die Leute haben ihre Gründe, weshalb sie Auto fahren", sagt Hack. Aktuelle Daten stützen diese These nicht, besonders bei gutem Wetter sind viele unterwegs.
Fazit: Der Irankrieg treibt die Spritpreise, doch mit klugem Timing, Apps und angepasstem Fahrstil können Autofahrer sparen – auch wenn der Verkehr dadurch nicht abnimmt.



