Spritpreise steigen: Billig tanken im Ausland kann unerwartet teuer werden
Spritpreise steigen: Auslandstanken kann teuer werden

Spritpreise steigen: Billig tanken im Ausland kann unerwartet teuer werden

Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich spürbar auf die Preise an deutschen Zapfsäulen aus. Viele Autofahrer suchen daher nach Alternativen, um beim Tanken zu sparen. Eine Option ist der Einkauf im Ausland, wo Sprit derzeit oft günstiger ist. Doch nicht jeder Umweg lohnt sich finanziell, und es gelten strenge Regeln, die beachtet werden müssen.

Preisvergleich und Uhrzeit: Wichtige Faktoren beim Tanken

Um die aktuell billigste Tankstelle zu finden, können Apps wie „ADAC Drive“, „ACE-App“, „Clever Tanken“, „mehr-tanken“ oder „PACE Drive“ hilfreich sein. Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle: Normalerweise sind die Preise abends zwischen 19.00 und 20.00 Uhr am niedrigsten, während morgens zwischen 7.00 und 8.00 Uhr die höchsten Kosten anfallen. Allerdings betont ADAC-Sprecher Andreas Hölzel, dass in der aktuellen dynamischen Lage Abweichungen möglich sind.

Umwegkosten berechnen: Wann lohnt sich die Fahrt?

Ein kurzer Umweg kann sich lohnen, aber längere Strecken nur bei hohen Preisunterschieden. Der Tüv Süd bietet eine Faustformel zur Berechnung: Bei einer Differenz von 20 Cent pro Liter und einem Tankvolumen von 50 Litern ergibt sich eine Ersparnis von 10 Euro. Ein Auto mit 8 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer verursacht pro Kilometer 0,144 Euro Kosten mit günstigem Sprit. So bleiben bei 10 Kilometern Umweg 8,56 Euro Ersparnis, bei 30 Kilometern 5,68 Euro. Ab etwa 69,4 Kilometern ist der Vorteil neutralisiert. Diese Rechnung berücksichtigt jedoch nicht Faktoren wie Verschleiß, Zeitaufwand oder zusätzlichen CO2-Ausstoß.

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Reservekanister: Regeln für Transport und Lagerung

Wer Sprit in Reservekanistern mitnimmt, muss Vorschriften beachten. In Deutschland sind pro Kanister maximal 60 Liter erlaubt, insgesamt bis zu 240 Liter für privaten Gebrauch in zugelassenen Behältern mit UN- oder RKK-Zulassung. Der ADAC rät aus Sicherheitsgründen zu maximal 10 Litern, gesichert im Kofferraum. Im Ausland können die Regeln abweichen oder die Mitnahme ganz verboten sein, mit Bußgeldern bei Verstößen.

Zoll und Steuern: Was bei der Einreise zu beachten ist

Beim Tanken im Ausland ist der volle Tank im Auto abgabenfrei für die Rückkehr nach Deutschland. Reservekraftstoff in Kanistern über 10 Liter aus Nicht-EU-Staaten muss verzollt werden, wofür man sich an die nächstgelegene Zollstelle wenden sollte. Innerhalb der EU fallen ab 20 Litern Mineralölsteuer an, größere Mengen müssen beim Hauptzollamt angemeldet werden. Tankbelege sollten für Kontrollen aufbewahrt werden.

Lagerung zu Hause: Begrenzte Mengen erlaubt

Zu Hause darf Kraftstoff nur in bestimmten Mengen gelagert werden, wobei die Vorschriften je nach Bundesland variieren. In Bayern und Baden-Württemberg sind beispielsweise 200 Liter Diesel, aber nur 20 Liter Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern in der Garage erlaubt. Es ist ratsam, lokale Bestimmungen zu prüfen, um Probleme zu vermeiden.

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