Verdi setzt Warnstreiks in Bayern fort: ÖPNV in Augsburg, Nürnberg und Landshut lahmgelegt
Verdi-Warnstreiks: ÖPNV in Bayern lahmgelegt

Verdi setzt Warnstreiks in Bayern fort: ÖPNV in Augsburg, Nürnberg und Landshut lahmgelegt

Die Gewerkschaft Verdi setzt ihre Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr Bayerns mit Nachdruck fort. Fahrgäste in Augsburg, Nürnberg und Landshut müssen diese Woche erneut umplanen, während München vorerst verschont bleibt. Die Arbeitsniederlegungen zielen darauf ab, den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am 15. April zu erhöhen.

Augsburg: Nahverkehr kommt zum Erliegen

Bereits am frühen Morgen kam der Nahverkehr in Augsburg nach Angaben der Stadtwerke vollständig zum Erliegen. Lediglich Busse auf einigen wenigen Linien, die an private Busunternehmen vergeben sind, verkehren noch. Die Stadtwerke Augsburg baten ihre Fahrgäste, vorsorglich auf andere Anbieter wie die Buslinien des AVV oder Regionalbahnen umzusteigen. „Wir hoffen, dass sich die Situation bald entspannt“, so ein Sprecher der Stadtwerke.

München: Fahrdienst bleibt unberührt

In München sind Beschäftigte beider Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zwar zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, doch der Fahrdienst mit Bussen, Straßenbahnen und U-Bahn soll nicht betroffen sein. Verdi begründet dies mit Einschränkungen an der S-Bahn-Stammstrecke, um Fahrgäste nicht doppelt zu belasten. City Partner München, die Unternehmensinitiative der Innenstadt, hatte bereits auf diese Problematik hingewiesen. „Während der Osterferien fahren keine S-Bahnen auf der Stammstrecke zwischen Karlsplatz und Ostbahnhof“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Fischer.

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Nürnberg und Landshut: Ganztägige Streiks

Am Mittwoch sind in Nürnberg und Landshut ganztägige Arbeitsniederlegungen angekündigt. Betroffen sind laut Verdi in Nürnberg vor allem U-Bahn, Straßenbahn und Busverkehr, nicht aber die S-Bahn. Der Warnstreik dürfte sich auch auf Besucher des Nürnberger Volksfestes auswirken. In Landshut steht der gesamte ÖPNV still, was zu erheblichen Beeinträchtigungen im Stadtverkehr führt.

Hintergründe und Forderungen

Die Gewerkschaft fordert für etwa 9000 Beschäftigte in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeber hatten nach der jüngsten Verhandlungsrunde ein verbessertes Angebot vorgelegt: Bei einer Laufzeit von 24 Monaten mehr als sechs Prozent Entgeltsteigerung, bei 48 Monaten rund neun Prozent und eine Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde. Verdi ist den Arbeitgebern entgegengekommen und fordert nun eine Entgelterhöhung von 550 Euro in zwei Stufen bei 24 Monaten Laufzeit, ursprünglich waren es 670 Euro bei einem Jahr. Zudem will die Gewerkschaft maximale Schichtlängen und bessere Mindestruhezeiten durchsetzen, wie sie in anderen Bundesländern bereits vereinbart wurden.

Ausblick und Kritik

Gegen Ende der Woche sind weitere Streikaufrufe in kleineren Städten möglich. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 15. April solle es zu Aktionen kommen, die rechtzeitig angekündigt werden, so Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi Bayern. Kritik kommt von City Partner München: „Als branchenübergreifende Vereinigung ist es uns nicht nachvollziehbar, dass Verdi eine Schlichtung kategorisch ablehnt“, heißt es in einer Mitteilung. Allein in der Münchner Innenstadt seien etwa 100.000 Beschäftigte von den Streiks betroffen, was zu enormen wirtschaftlichen Schäden führe.

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