Angesichts steigender Spritpreise geraten die Verkehrsunternehmen in Thüringen zunehmend unter Druck. Der Landesverband Thüringer Verkehrsgewerbe hat nun eine Resolution verabschiedet, die konkrete Forderungen an die Bundes- und Landesregierung enthält. Das Ziel: die Krise beenden und langfristige Planungssicherheit schaffen.
Kleine Betriebe besonders betroffen
In der Resolution heißt es, dass kleine und mittelständische Verkehrsunternehmen dem Kostendruck nicht mehr standhalten könnten. Die wegbrechenden Aufträge ließen sich nicht mehr kompensieren, was zu Betriebsschließungen und Insolvenzen führe. Der Verband appelliert daher an die Politik, Maßnahmen zu ergreifen, die die Unternehmen entlasten.
Forderungen im Detail
Der Verband fordert eine Überarbeitung der 1.000-Euro-Prämie. Konkret schlägt er vor, dass dieser Betrag oder mehr vom Lohn der Beschäftigten steuer- und abgabenfrei ausgezahlt werden kann. Dies würde sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer entlasten. Des Weiteren verlangt der Verband die Abschaffung der Tageshöchstarbeitszeit.
Ein weiterer Punkt ist die Verbesserung der Parkplatzsituation für Lastwagen. Der Verband erwartet von der Landesregierung, dass an Bundesfern-, Landes- und Kommunalstraßen sowie in Gewerbegebieten mehr Parkplätze geschaffen werden. Die Finanzierung solle über Lkw-Mauteinnahmen und Bußgelder aus Verstößen gegen Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten erfolgen.
Lang-Lkw und Nahverkehr
Die Verkehrsunternehmen sprechen sich zudem für schnellere Genehmigungsverfahren für den Einsatz von Lang-Lkw aus. Diese seien bis zu 25 Prozent effizienter und sparten CO2. Der Verband fordert, dass Lang-Lkw künftig auch Gefahrgüter transportieren dürfen. Im Nahverkehr solle der Einsatz von Taxis in der Planung stärker berücksichtigt werden. Linienverkehre könnten dadurch verdichtet, ergänzt oder sogar ersetzt werden.
Die Resolution wurde am Samstag bei einer Hauptversammlung des Verbands einstimmig beschlossen und an Thüringens Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) übergeben.



