Verkehrstote in Sachsen-Anhalt erreichen erneut historischen Tiefststand
Verkehrstote auf historischem Tiefststand

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) hat am Dienstag, den 5. Mai, die Unfallbilanz für das Jahr 2025 vorgestellt. Demnach hat die Zahl der Verkehrstoten zum zweiten Mal in Folge einen historischen Tiefstwert erreicht. Mit 101 Getöteten liegt die Zahl so niedrig wie nie zuvor seit Beginn der statistischen Erfassung. Zum Vergleich: 1991 gab es noch 1.033 Todesopfer auf den Straßen des Bundeslandes.

Gesamtunfallzahl leicht gesunken

Die Gesamtzahl der Unfälle ging von 71.054 im Jahr 2024 auf 70.704 im Jahr 2025 zurück. Das entspricht einem Rückgang um 350 Unfälle. Im Durchschnitt krachte es alle sieben Minuten auf Sachsen-Anhalts Straßen.

Getötete: Autofahrer am häufigsten betroffen

Unter den 101 Getöteten waren Autofahrer mit 45 Todesopfern am stärksten vertreten. Fast jeder vierte Getötete war mit einem Fahrrad, Pedelec oder Motorrad unterwegs. Die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger stieg um acht auf 15 an. Im Lkw starben acht Menschen.

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Anstieg der Verletztenzahlen

Trotz des Rückgangs der Unfallzahlen stieg die Zahl der Verunglückten auf 10.386 – der höchste Stand seit mindestens 2019. Besonders deutlich war der Anstieg bei den Leichtverletzten. Die Zahl der Schwerverletzten blieb hingegen nahezu konstant.

Autobahnen: Weniger Tote, aber mehr Verletzte

Auf den rund 500 Kilometern Autobahn in Sachsen-Anhalt ereigneten sich 4.628 Unfälle – 91 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Todesopfer sank jedoch von 30 auf acht. Dieser Rückgang ist vor allem auf die A2 und A14 zurückzuführen. Allerdings stieg die Zahl der Schwerverletzten auf Autobahnen um 29 auf 220 und die der Leichtverletzten um 32 auf 841. Besonders gefährlich sind Stauenden: Hier gab es 171 Unfälle mit einem Todesopfer, während es im Vorjahr noch elf waren.

Wildunfälle bleiben häufigste Ursache

Seit zehn Jahren ist „Wild auf der Fahrbahn“ die häufigste Unfallursache in Sachsen-Anhalt. Mit 14.589 Kollisionen blieb die Zahl nahezu unverändert. In 75 Prozent der Zusammenstöße war Rehwild beteiligt. 143 Menschen wurden bei Wildunfällen verletzt, 17 davon schwer. Bei den folgenschweren Unfällen bleibt unangepasste Geschwindigkeit die Ursache Nummer eins – trotz eines Rückgangs um fünf Prozent auf 429 Unfälle. Fast jeder vierte tödliche Unfall geht auf zu hohes Tempo zurück.

Alkohol- und Drogenunfälle leicht rückläufig

Die Zahl der Alkohol- und Drogenunfälle sank von 1.339 auf 1.296. Dabei standen 270 Beteiligte unter Rauschgifteinfluss, 24 mehr als im Vorjahr. Seit 2007 hat sich die Zahl der Alkoholunfälle halbiert, bleibt aber in den letzten fünf Jahren konstant.

Pedelec- und E-Scooter-Unfälle stark gestiegen

Die Zahl der Pedelec-Unfälle stieg um 42 Prozent auf 490. Dabei wurden 332 Menschen leicht und 73 schwer verletzt; vier kamen ums Leben. Mehr als die Hälfte der verunglückten Fahrer trug keinen Helm. Bei E-Scootern hat sich die Unfallzahl in fünf Jahren vervierfacht auf 332 – 97 mehr als im Vorjahr. 211 Fahrer wurden leicht, 37 schwer verletzt; es gab zwei Tote. Etwa ein Drittel der E-Scooter-Unfälle ereignete sich in Magdeburg und Halle. Zieschang kündigte gezielte Kontrollen an.

Lkw-Unfälle auf Zehnjahreshoch

Mit 11.462 Unfällen erreichte die Zahl der Lkw-Unfälle den höchsten Stand seit elf Jahren. Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 69 auf 85, während die Zahl der Leichtverletzten von 361 auf 285 und die der Getöteten von drei auf zwei zurückging. An fast sechs von zehn Lkw-Unfällen waren Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen beteiligt, die häufig im Logistik-, Paket- und Handwerksverkehr eingesetzt werden.

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