Winterliches Chaos legt deutschen Verkehr lahm
Der Winter zeigt sich in dieser Woche von seiner ungemütlichen Seite und sorgt in ganz Deutschland für massive Verkehrsbehinderungen. Schneefall, Glätte und herabfallende Eisstücke führen zu zahlreichen Unfällen und Sperrungen. Besonders betroffen ist die verkehrsreiche Leverkusener Rheinbrücke der A1, die wegen gefährlicher Eisplatten stundenlang gesperrt werden musste.
Schneefall und Glättegefahr im ganzen Land
Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) gab es bis in den Nordosten Deutschlands vorankommenden Schneefall. Im Westen und Südwesten ging der Schnee in den Niederungen in Regen über, während in Staulagen bis zu 15 Zentimeter Neuschnee möglich waren. Ein Meteorologe des DWD erklärte: „Dem Schnee geht es bereits an den Kragen, weil von Südwesten her einfach deutlich wärmere Luft einfließt.“ Dennoch herrschte tagsüber weiterhin wechselhaftes Wetter.
Die Temperaturen lagen am Morgen mit Ausnahme der westlichen und südwestlichen Niederungen bei minus 4 bis 0 Grad, im Nordosten sogar bei minus 5 bis minus 9 Grad. Östlich der Elbe wurde Dauerfrost bei minus 4 bis 0 Grad erwartet. Der DWD warnte zudem vor Glättegefahr, besonders im Südosten und später von der Nordsee bis nach Sachsen, wo Regen teils gefrieren konnte.
Schwerwiegende Unfälle durch winterliche Bedingungen
In vielen Bundesländern kam es in der Nacht und am frühen Morgen zu folgenschweren Unfällen:
- In Rheinland-Pfalz überschlug sich ein Auto auf schneebedeckter Straße. Der 45-jährige Fahrer und seine 42-jährige Beifahrerin wurden schwer verletzt.
- Ein Transporter kippte auf der A45 nahe Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen auf der zugeschneiten Fahrbahn um. Der Fahrer erlitt schwere Verletzungen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
- Auf der A1 geriet ein Lastwagen bei Glätte ins Rutschen, stellte sich quer und prallte gegen die Mittelleitplanke. Die Autobahn in Fahrtrichtung Osnabrück zwischen Bremen-Arsten und Brinkum wurde voll gesperrt.
- In Bayern kam ein Laster auf der A8 in Richtung München nahe Irschenberg bei Schneeglätte von der Fahrbahn ab und rutschte die Böschung hinab. Dabei verlor er 18.000 Liter flüssigen Kalk, der in den Boden sickerte.
Sperrung der Leverkusener Rheinbrücke
Ein besonderes Problem stellten herabfallende Eisstücke dar. Auf der Leverkusener Rheinbrücke der A1 wurden drei Autos von Eisplatten beschädigt. Zum Glück gab es dabei keine Verletzten. Die Brücke musste jedoch stundenlang für den Verkehr gesperrt werden, was zu erheblichen Behinderungen führte.
Winterdienst im Dauereinsatz
Der Winterdienst ist vielerorts im Dauereinsatz, um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. In Hamburg und anderen betroffenen Regionen arbeiten Schneepflüge und Streufahrzeuge rund um die Uhr. Trotzdem kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wie ein Vorfall in Mittelfranken zeigt, bei dem ein Schneepflug bei Neuschnee und Glätte ins Schleudern geriet und gegen eine Hauswand prallte.
Wetteraussichten für die kommenden Tage
Der Meteorologe des DWD prognostiziert eine „Wetter-Zweiteilung“ für die kommenden Tage: „Richtung Nordosten bleibt es kühler und winterlicher. Im Südwesten merken wir einfach schon deutlich mildere Tendenzen, wenngleich es zum Beispiel am Mittwochmorgen die Chance gibt, dass es noch einmal in tieferen Lagen schneit.“ Es sei einfach noch Winter – kalendarisch und auch meteorologisch.
Für Karnevalsfeiernde in Köln riet der Experte zum Regenschirm, da wechselhaftes Wetter mit Regen und Schnee weiterhin möglich ist. Autofahrer und Fußgänger sollten in den nächsten Tagen weiterhin mit winterlichen Bedingungen rechnen und besondere Vorsicht walten lassen.



